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Berlin - Berlins ehemaliger Innensenator Dr. Ehrhart Körting wurde am 7. Juni 2012 auf dem ordentlichen Verbandstag des Behinderten-Sportverbandes Berlin e. V. (BSB) zum neuen Präsidenten gewählt.
Den Verbandstag eröffnete der für den Sport zuständige Staatssekretär Andreas Statzkowski mit einem Grußwort des Senats an die Delegierten und betonte, wie wichtig in einer so heterogenen Stadt wie Berlin der Sport, und gerade auch der Behindertensport als verbindendes Element und als sportliches und soziales Netzwerk sei.
Die bisherige Präsidentin Kirstin Fussan kandidierte nach ihrer nunmehr fünften Amtszeit, d. h. nach 15 Jahren im Amt, nicht mehr. Vizepräsidentin Breitensport Heide Nisblé, die nach 12 Jahren im Amt ebenfalls nicht mehr kandidierte, wurde für ihre für den Verband geleistete Arbeit mit der Silbernen Ehrennadel des BSB geehrt.
Die 81 Delegierten wählten den früheren auch für den Sport in Berlin zuständigen Innensenator einstimmig, und drückten damit auch ihre Zuversicht in die zukünftige Arbeit des Neuen an der Spitze eines der größten Sportverbände Berlins aus. „Von so einem Wahlergebnis kann man als Politiker nur träumen“, so der neue Präsident in seiner Dankesrede.
Die Schwerpunkte seiner zukünftigen Arbeit hatte Körting in drei Punkten zusammengefasst:
„Der Behindertensport ist inzwischen auch eine große Bewegung geworden. Das muss vernünftig organisiert sein. Vereinsführung und Verbandsführung ist auch immer eine große Herausforderung an die Organisation. Ich sage das bewusst zuerst, weil die tagtägliche Arbeit häufig "über die Schulter" angesehen wird. Natürlich braucht man auch Ziele, Visionen, aber man braucht ein solides Arbeitsfundament. Das ist also die Aufgabe 1. Die Aufgabe 2 für mich ist, Behindertensport noch selbstverständlicher in unsere Gesellschaft zu integrieren. Und Aufgabe 3 ist für mich das Hereinholen von Menschen mit Migrationshintergrund aus dem türkischen, dem arabischen, dem bosnischen, dem russischen Bereich in den Behindertensport. Da gibt es noch viele "weiße Flecke" besonders bei Frauen und Mädchen.“
Das neue Präsidium setzt sich für die nächsten 3 Jahre wie folgt zusammen:
Udo Keil, dem es in schweren Zeiten gelungen ist, den BSB finanziell gut aufzustellen, wurde wieder zum Vizepräsidenten Finanzen gewählt. Dr. Ralf Otto, Sportwissenschaftler, Leichtathletiktrainer und Vorsitzender des PSC Berlin, wurde als Vizepräsident Sport in seinem Amt bestätigt. Isko Steffan, früher aktiver Sitzvolleyballer, ist Jurist und Diplom-Sportwissenschaftler, und übernimmt wieder den Bereich Rehasport. Ebenfalls bestätigt in hrem Amt als Landes-Sportärztin wurde Dr. Stephanie Pögel, die Ärztin auf dem Gebiet der Physikalischen Medizin und Rehabilitation ist. Neue Landes-Lehrwartin ist Dagmar Kubanski, eine Diplom-Medizinpädagogin, Motopädin und Gymnastiklehrerin, die seit 2003 im BSB als Ausbilderin tätig ist. Neu als Landes-Jugendwart zieht der Sportpädagoge und Sportintegrationsberater Oliver Klar ins Präsidium ein. Stefan Schenck, studierter Betriebswirtschaftler, war bisher als Beauftragter für Inklusion im BSB tätig, und ist nun Vize-Präsident Breitensport/Beauftragter für Inklusion.
Zu Kassenprüfern für die nächsten drei Jahre wurden Christian Hesterberg, Sven Hielscher und Hans-Peter Thurau gewählt.
An Kirstin Fussan wurde nach einer bewegenden und kurzweiligen Laudatio von Präsidiumsmitglied Isko Steffan die Goldene Ehrennadel des Landessportbundes Berlin (LSB) überreicht. Sie erhielt diese höchste Ehrung, die der LSB auf Vereinsebene zu vergeben hat, nicht nur für ihre Verdienste um den Behindertensport in Berlin, sondern auch für ihre Verdienste auf nationaler Ebene. „Du hast dich zwar, wenn es sein musste, mit Gott und der Welt angelegt, aber du warst auch eine hervorragende Teamplayerin, denn du konntest auch hervorragend Vertrauen und Verantwortung abgeben. Du gehst nicht zu spät, wie man es in anderen Bereichen oft sieht, und du hinterlässt ein sehr gut bestelltes Haus. Dafür möchten wir dir alle von ganzem Herzen danken“, so Steffan in seiner Rede.
Am Ende des Verbandstages wurde Kirstin Fussan dann noch einstimmig zur Ehrenpräsidentin des BSB gekürt.
In einem Interview nach ihrer Ehrung angesprochen, auf Erreichen welchen Zieles sie besonders stolz sei und was sie weniger gut an ihrem Ehrenamt fand, antwortete sie: „Besonders stolz bin ich darauf, dass der Behinderten-Sportverband nun ein gleichberechtigter Bestandteil der Berliner Sportlandschaft ist. Das spüren wir in der Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedsverbänden des LSB und mit der für Sport zuständigen Senatsverwaltung. An uns kommt man mit unseren 185 Vereinen und mehr als 24.000 Mitgliedern nicht mehr vorbei, wenn es um die Sportstadt Berlin geht – und das ist auch gut so!
Ich kann gar nicht sagen, was mir besonders gut oder weniger gut an diesem Ehrenamt gefallen hat. Ich durfte viele Highlights erleben – angefangen beim integrativen Sportfest einer unserer Vereine über die Internationalen Deutschen Meisterschaften und der Europameisterschaft im Schwimmen bis hin zu zwei Paralympics in Sydney und Peking. Das waren alles tolle Erlebnisse, die mir ewig in Erinnerung bleiben werden. Vielleicht noch so viel, ich wäre heute nicht diese Persönlichkeit ohne den Berliner Behinderten-Sportverband. Er gehört zu meiner Biografie. Und zusammengefasst kann ich sagen, ich hatte immer mehr Spaß als Ärger“
Quelle: Behinderten-Sportverband Berlin
Hwelt
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