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Straßburg (KNA) Kann man sich an Schmerz gewöhnen wie an unangenehme Gerüche oder nervige Geräusche? Wird der Schmerz größer, je schlimmer die Verletzung ist, oder ist der «kleine Schmerz» viel gefährlicher? Können sich Schmerzen verselbstständigen und zu einer eigenen Krankheit werden? Was Medizin und Hirnforschung zur modernen Schmerztherapie herausgefunden haben, zeigt der informative Themenabend «Leben mit dem Schmerz», den ARTE am Dienstag um 21.00 Uhr ausstrahlt.
Drei aktuelle Dokumentationen befassen sich mit neuen Möglichkeiten der Schmerzlinderung bei der Geburt und beim Sterben, schweren Alterserkrankungen, Migräne sowie chronischen Leiden. Die Beiträge schildern zum einen die typischen Erfahrungen von Schmerzpatienten, die oft einen langen Leidensweg hinter sich haben. Zum anderen stellen renommierte Experten und neue Therapien in Deutschland, Frankreich und Dänemark vor.
In der ersten Dokumentation «Geburt und Tod. Vom Schmerz überwältigt» (21.00 Uhr) begleitet die Autorin Gesa Berg drei Frauen durch die Geburt und spricht einige Stockwerke höher auf der Palliativstation mit krebskranken Patienten. «Schmerz steht am Anfang und am Ende unseres Lebens», erzählt sie eindringlich und fragt, was die Ärzte tun können, um werdenden Müttern und Schwerkranken die schlimmsten Schmerzen zu nehmen. Sie zeigt, wie unterschiedlich die Patienten die Schmerzen wahrnehmen und wie sie lernen, mit den neuen Behandlungsmöglichkeiten umzugehen.
In der zweiten Dokumentation, «Die Hölle im Kopf» (21.45 Uhr), schildert Thomas Greh die Krankheitsgeschichte von Migränepatienten. Ein Architekt, der sein halbes Leben unter Schmerzen litt, arbeitet mit einem ganzheitlichen Konzept. Eine 50-jährige Frau erzählt, dass sie erst in den Wechseljahren Erleichterung fand. Der Autor weist besonders eindringlich darauf hin, dass fast zehn Prozent aller Schulkinder Migräne haben. Meist würden sie nicht ernst genommen, falsch behandelt oder sogar als Drückeberger angesehen. Doch inzwischen gibt es Hilfe. Einige Schmerztherapeuten bieten ein spezielles Verhaltenstraining für Migräne-Kinder an, das schon gute Erfolge gebracht hat.
In der dritten Dokumentation, «Dem Schmerz auf der Spur» von Antje Schmidt (22.15 Uhr), geben Experten wie der Münchner Neurologe und Schmerzforscher Walter Zieglgänsberger Antwort auf die Frage, warum sich der Schmerz verselbstständigt. Schmerzkrank sei man dann, erklärt er, wenn sich der Tagesablauf nur noch um den Schmerz drehe. Wie die gelernten und tief eingeprägten Schmerzmuster entstehen und wieder aufgelöst werden können, beschreiben außer ihm auch Experten aus Frankreich und Europas größtem Schmerzzentrum in Dänemark.
Wer Informationen über den Schmerz sucht, findet besonders in der letzten Dokumentation viele qualifizierte Antworten. «Jedes Gelenk und jedes Organ hat Traumata gespeichert», betont etwa ein Osteopath aus Grenoble, und ein dänischer Forscher aus dem Bereich der experimentellen Medizin zeigt, wie er erfolgreich Schmerz durch Schmerz behandelt. Der Themenabend kann helfen, eigene Probleme in neuem Licht zu sehen und den richtigen Rat, spezielle Kliniken oder fachliche Hilfe zu finden.
Hinweis: «Leben mit dem Schmerz». Themenabend mit drei Dokumentationen. ARTE, Di 17.2., 21.00 - 23.00 Uhr.
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