Statistisches Bundesamt: Die Pflege ist ein Jobmotor Drucken E-Mail
Dienstag, 20 Dezember 2011
Berlin - Zum 31. Dezember 2010 waren rund 4,8 Millionen Menschen in Deutschland und damit etwa jeder neunte Beschäftigte im Gesundheitswesen tätig. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, gab es 2010 im Gesundheitswesen damit rund 90.000 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Beschäftigungszuwachs von 1,9 Prozent. Zusätzliche Arbeitsplätze gab es wie in den Vorjahren vor allem in Gesundheitsdienstberufen (+51.000): Hier stieg beispielsweise die Zahl der Gesundheits- und Krankenpfleger/Innen sowie der Altenpfleger/Innen um insgesamt zusätzlich 25.000.


"Damit wird deutlich: Die Pflege ist ein Jobmotor", so der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer: "Die Zahlen zeigen die hohe Wirtschaftskraft einer zukunftsfähigen Branche, aber auch die übergroßen Herausforderungen einer immer älter werdenden Gesellschaft."

Insbesondere in der Altenpflege besteht ein großer Bedarf an Fachkräften. "Allein in der Pflege von alten und kranken Menschen kommen heute auf eine arbeitsuchende Fachkraft mindestens drei gemeldete offene Stellen. Bis einschließlich 2020, so belegen Studien, werden wir noch ca. 288.000 zusätzliche Pflegefachkräfte in Deutschland benötigen, um dem Pflegebedarf unserer immer älter werdenden Gesellschaft Rechnung zu tragen."

Um den bereits bestehenden Fachkräftebedarf in der Pflege abzudecken, fordert der bpa unter anderem die Wiederaufnahme der finanziellen Förderung für Umschüler im dritten Umschulungsjahr. Der Altenpflegeberuf sei bestens geeignet für Wiedereinsteiger. Er biete Frauen wie Männern, die nach dem aktiven Familienleben wieder in den Beruf einsteigen wollten, ideale Voraussetzungen.

"Die Umschüler können im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung einen Beruf erlernen, von dem wir heute schon sagen können, der wird morgen mehr denn je gebraucht werden. Wir haben einen hohen Bedarf und der Beruf ist absolut zukunftssicher."

Der bpa weist allerdings auch darauf hin, dass diese Maßnahmen allein nicht reichen werden, um den großen Pflegekräftebedarf zu decken. "Zusätzlich zu inländischen Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen benötigen wir eine gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften aus europäischen und außereuropäischen Ländern durch Vermittlungsabsprachen der Bundesagentur mit den Herkunftsländern."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 7.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 215.000 Arbeitsplätze und ca. 16.500 Ausbildungsplätze.

Quelle: bpa - priv. Anbieter sozialer Dienste

Hwelt

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