Mehr barrierefreie Angebote in Film und Fernsehen Drucken E-Mail
Montag, 12 September 2011
Bei der Hörfilmpremiere des oscarprämierten Films „The King´s Speech“ im Kleisthaus in Berlin forderte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, mehr Barrierefreiheit in Film und Fernsehen. Barrierefreiheit müsse auch verstärkt bei der öffentlichen Filmförderung beachtet werden, verdeutlichte der Behindertenbeauftragte und verwies hierbei auf entsprechende Ankündigungen der Bundesregierung bei der anstehenden Novellierung des Filmförderungsgesetzes. „Neben mehr Hörfilmen im Fernsehen und im Kino muss auch das Angebot an Filmen und Sendungen in leichter Sprache und mit Untertitelungen ausgebaut werden. Außerdem sind Angebote in Gebärdensprache immer noch äußerst rar.


Wer wirksame Teilhabe im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention will, kann den derzeitigen Zustand nicht einfach akzeptieren“, so der Behindertenbeauftragte. Er sehe öffentlich-rechtliche Sendeanstalten besonders in der Pflicht, barrierefreie Angebote auszubauen. Dies gelte ebenso für Privatsender, bei denen immer noch der größte Handlungsbedarf bestehe, betonte Hubert Hüppe . Der Behindertenbeauftragte begrüßte ausdrücklich Ankündigungen des NDR, die Untertitelungsquote bis Ende 2013 auf über 50 % zu steigern und beim Thema „Audiodeskription“ weiter am Ball zu bleiben. Außerdem habe der Bayerische Rundfunk bereits Ende der 90-er Jahre die Stelle eines Hörfilmredakteurs eingerichtet. „Diese Beispiele zeigen, dass mehr Engagement im Bereich Barrierefreiheit möglich ist, wenn der Wille vorhanden ist. Die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten sind gefordert, den Weg Richtung Barrierefreiheit konsequent einzuschlagen“, so der Behindertenbeauftragte. Er erhoffe sich in diesem Zusammenhang ebenso Fortschritte durch den vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales angekündigten ‚Runden Tisch zum barrierefreien Fernsehen’, der 2012 zusammen mit Rundfunkanbietern stattfinden soll.

Die Hörfilmpremiere von „The King´s Speech“ fand anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Deutschen Hörfilm gGmbH statt, deren Geschäftsführerin Martina Wiemers die Gäste im Kleisthaus begrüßte. Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung kooperiert seit 2007 mit der Deutschen Hörfilm gGmbH und bietet hierbei regelmäßig Hörfilme im Kleisthaus in Berlin in der Reihe „Hörfilm im Kleisthaus“ an. Hörfilme sind Filme, die mit „Audiodeskription“ gezeigt werden. Audiodeskription beschreibt in knappen Worten die Bildebene des Films, etwa Handlungselemente, Gestik und Mimik der Schauspielerinnen und Schauspieler. Die Ausgangsfilme werden damit für Menschen mit Sehbehinderungen besser verständlich.

Quelle: Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

Hwelt

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