|
Aus Behandlungsfehlern besser lernen |
|
|
|
Donnerstag, 28 Februar 2008 |
|
Berlin (KNA) Ärzte und Pflegende im deutschen Gesundheitswesen streben einen besseren Umgang mit Behandlungsfehlern an. Dazu startete das «Aktionsbündnis Patientensicherheit» am Donnerstag in Berlin eine Kampagne unter dem Motto: «Aus Fehlern lernen». Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, erhofft sich durch das Eingeständnis von Fehlern, ihre Wiederholung zu vermeiden und möglichen Schaden zu begrenzen.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) sprach von einem wichtigen Schritt zur Erhöhung der Versorgungsqualität. Dazu müssten Ärzte und Pflegende das Thema enttabuisieren und einen angstfreien Umgang mit eigenen Fehlern lernen. Im Rahmen der Kampagne berichten erstmals 17 prominente Mediziner in einer Broschüre öffentlich über ihre Kunstfehler.
Unerwünschte Ereignisse
Nach Angaben des Vorsitzenden des Aktionsbündnisses, Matthias Schrappe, kommt es in Deutschland rund 100 Mal im Jahr zu Eingriffsverwechslungen. Von den rund fünf bis zehn Prozent «unerwünschten Ereignissen» bei Behandlungen seien rund ein Drittel auf Fehler des Gesundheitspersonals zurückzuführen. In den meisten Fällen handele es sich um Infektionen oder falsche Medikationen.
Nach Angaben des Vorsitzenden des AOK-Bundesverbandes, Hans Jürgen Ahrens, führt das Eingeständnis von Fehlern nicht zu mehr Verfahren. Paradoxerweise sei das Gegenteil der Fall. Das Eingeständnis erhöhe das Vertrauen zwischen Arzt und Patient. Laut Hoppe kommen nur ein Prozent der Kunstfehler vor Gericht.
© KNA. Alle Rechte Vorbehalten Hwelt
|