Deutsche Alzheimer Gesellschaft zum Suizid von Gunter Sachs Drucken E-Mail
Mittwoch, 11 Mai 2011
Berlin - Der frühere Playboy und Geschäftsmann Gunter Sachs nahm sich am 8. Mai 2011 das Leben - angebliche Begründung: die Angst vor Alzheimer.


In Deutschland leben etwa 1,2 Millionen Demenzkranke, von denen etwa zwei Drittel die Alzheimer - Krankheit haben. Die meisten von ihnen werden aufopferungsvoll von Familienangehörigen gepflegt und leben lange im häuslichen Umfeld. Auch mit Demenz ist ein lebenswertes Leben möglich. Dies berichteten u.a. die Teilnehmer an einem Erfahrungs¬austausch für Gruppen für Menschen mit Demenz in einer frühen Krankheitsphase. "Die Gruppe ist ein Marktplatz der Talente", äußerte ein Teilnehmer. Auch wenn manche Fähigkeiten verloren gehen, kann man doch mit Gefühlen und verbliebenen Ressourcen vielfach aktiv sein und Freude dabei haben, war das Fazit der fast vierzig Anwesenden.

"Natürlich ist die Diagnose einer Alzheimer-Krankheit zunächst ein Schock und der fortschreitende Verlust der Kontrolle über das eigene Leben löst tiefe Ängste aus", sagte Heike von Lützau-Hohlbein, die erste Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. "Der Tod von Gunter Sachs zeigt uns auch, dass wir noch viel tun müssen, um das Tabu dieser Erkrankung aufzubrechen und die Versorgung so zu gestalten, dass die Menschen keine Angst haben müssen, in eine Pflegesituation und damit in Abhängigkeit von Anderen zu geraten." Als Anlaufstelle auch für Menschen mit der Angst, möglicherweise eine Alzheimer-Krankheit zu haben, dient z.B. das Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Dieses kann natürlich keine ärztliche Diagnose ersetzen, gibt aber erste Informationen, ermutigt sich Gewissheit zu verschaffen und zeigt Unterstützungs¬möglichkeiten auf.

Hintergrund: Heute leben in Deutschland etwa 1,2 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr 60% davon leiden an einer Demenz vom Typ Alzheimer. Ihre Zahl wird bis 2050 auf 2,6 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

Quelle: Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

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Wolfgang Bieber  - Keine Heldentat   |93.219.169.xxx |2011-05-11 11:23:33
Der Suizid des Kunstsammlers und Künstlers Gunter Sachs war eine Kapitulation.
Er zeigt die Widersprüche eines auf Leistung und Denkvermögen reduzierten
Menschenbilds:
http://bit.ly/kviLf7
Alexander Frings  - Antwort an Wolfgang Bieber     |89.0.19.xxx |2011-05-11 16:00:57
Sicherlich müssen wir uns davor hüten, den Freitod von G. Sachs zum Vorbild für
alle zu erheben und so (potentiell) Demenzkranke (also uns alle) zu einem
ähnlichen Schritt zu drängen. Doch mit seiner Entscheidung hat G. Sachs mit
äußerster Konsequenz ein Bekenntnis zu einem zentralen Kulturwert abgelegt; dem
der geistigen Autonomie. Wenn auch wahrscheinlich niemand
Alexander Frings  - Antwort Teil 2     |89.0.19.xxx |2011-05-11 16:02:49
leider ist meine Antwort verkürzt worden: hier also die Fortsetzung:
ob gesund
oder krank- dieses Ideal je erreichen kann, G. Sachs hat uns einen radikalen
Versuch vorgelebt, sich ihm anzunähern. Seiner mutigen Entscheidung, seiner
todesmutigen Entscheidung gebührt äußerster Respekt. Mindestens soviel wie der
Entscheidung derjenigen, unter größtem Leid bis zum Ende auszuharren.
Dirk Bruehl  - Dipl.-Ing.     |70.105.181.xxx |2011-05-11 21:49:33
Eine traurige Geschichte.
Das Wichtigste im Leben ist, die Angst zu überwinden.
Je früher man damit anfängt, um so besser. Es ergeben sich Veränderungen im
Alter, und es ist gut, darauf vorbereitet zu sein.
Es ist gut, die Dinge zu
begrüssen, die kommen, anstatt sie zu befürchten.
In der Welt habt ihr Angst,
aber siehe, ich habe die Welt überwunden. Diese Worte sollten wir immer in
Erinnerung behalten. In einem angstfreien Leben wird uns stets das Richtige zur
richtigen Zeit einfallen. Wir haben die Möglichkeit, stets das Richtige zu tun,
anstatt uns von Angst leiten zu lassen.
Empfehlenswerte Lektüre: Watzlawick,

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