PID: Caritas-Präsident spricht sich für striktes Verbot aus Drucken E-Mail
Montag, 18 April 2011
Berlin - Anlässlich der im Bundestag stattfindenden Ersten Lesung über eine Zulassung von Gentests an Embryonen fordert der Präsident des Deutschen Caritasverbandes (DCV) Peter Neher erneut ein striktes Verbot der Präimplantationsdiagnostik (PID): „Die Sorgen und Wünsche von Paaren, die trotz eigener genetischer Disposition Kinder ohne eine schwere Krankheit oder Behinderung bekommen möchten, müssen wir ernst nehmen. Doch wir müssen auch sehen, dass mit der Präimplantationsdiagnostik menschliches Leben einem „selektiven“ Verfahren unterzogen wird." Dies sei problematisch, da ein menschlicher Embryo unabhängig von Behinderung oder Krankheit von Anfang Würde und ein Recht auf Leben besitze. Selbst eine begrenzte Zulassung der PID habe daher erhebliche Auswirkungen auf das derzeit geltende Rechtssystem und unterlaufe den Schutz des Grundgesetzes.


Eine Zulassung der PID bedeute auch einen Rückschlag für die gesellschaftlichen Integrations- und Inklusionsbemühungen von Menschen mit schwerer Behinderung oder Krankheit.

„Wir befürchten zudem, dass der gesellschaftliche Druck auf genetisch belastete Eltern zunehmen wird, eine PID zu beanspruchen. Oft wird dabei übersehen, dass nur in wenigen Fällen die PID sogenannten Hochrisikopaaren zur Geburt eines gesunden Kindes verhelfen kann“, so Neher.

Neher macht deutlich, dass es ein zentrales Ziel in der Politik und in der Gesellschaft sein muss, Menschen mit Behinderung nicht länger als defizitär anzusehen. Nur so könne es gelingen, Diskriminierung zu unterbinden und die selbstbestimmte Teilhabe aller Menschen am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. „Betroffene Paare und insbesondere Frauen fühlen sich mit ihrer Verantwortung für ihr Kind oft im Stich gelassen. Eine bessere Beratung und Unterstützung betroffener Paare und Familien ist dringend erforderlich.“

Quelle: Deutscher Caritasverband e.V.

Hwelt

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