|
Mehr Personal würde Hygiene verbessern |
|
|
|
Dienstag, 31 August 2010 |
|
Berlin – Anlässlich mehrerer Hygieneskandale in deutschen Krankenhäusern fordert der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR), Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen und des Hebammenwesens, eine konsequente Umsetzung bestehender gesetzlicher Regelungen. „Der politische Ruf nach mehr gesetzlichen Regelungen geht an der Realität vorbei“, so Andreas Westerfellhaus, Präsident des DPR. Ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung der Situation wäre die konsequente Umsetzung der existierenden Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes, so Westerfellhaus weiter. Der DPR mahnt angesichts der Ländervergleiche zugleich an, nicht nur Infektionszahlen zu vergleichen, sondern auch die abweichende Infrastruktur im Bereich Hygiene und die unterschiedlichen Zahlen der Perso- nalausstattung zu berücksichtigen. In der besseren Personalausstattung, der Umsetzung der Hygienegesetze und in der räumlichen Ausstattung (mehr Ein- und Zweibettzimmer) in den Niederlanden sind nämlich nach Auffassung des DPR die Hauptursachen für deren niedrigere Infektionsraten zu sehen.
Das Robert-Koch-Institut hat durch die KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention) „Personelle und organisatorische Voraussetzungen zur Prävention nosokomialer Infektionen“ am 12.10.2009 herausgegeben. In dieser Empfehlung ist die Berechnungsgrundlage des Hygienepersonals dargestellt. Diese Empfehlung muss dringend in allen Bundesländern umgesetzt werden. Um die Herausforderungen zu meistern, müssen zusätzliche Hygienefachkräfte ausgebildet werden. Zusätzlich müssen die Lehrstühle für Hygiene an den Universitäten gestärkt und ausgebaut werden. Derzeit ist der Trend eher gegenläufig: Lehrstühle werden abgeschafft und Stellen werden ersatzlos gestrichen. Auch die Weiterbildungsstätten für Hygienefachkräfte haben sehr unterschiedliche Curricula. Hier besteht dringender Bedarf für eine Vereinheitlichung, z.B. auf der Basis eines Beschlusses der Gesundheitsministerkonferenz.
Das Einsparpotential durch eine gute, sinnvolle Hygiene ist hinreichend wissenschaftlich belegt. Ein Drittel aller im Krankenhaus erworbenen Infektionen könnten durch Präventivmaßnahmen vermie- den werden. Hier sei die Aktion „Saubere Hände“ als positives Beispiel genannt. Bereits im November 2008 hat das Bundeskabinett der DART (Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie) zugestimmt. Zu Punkt 5 der Beschlüsse wurde vom Deutschen Pflegerat bereits im Dezember 2008 die Aus- Fort- und Weiterbildung dargestellt. Leider ist dies für die Pflegeberufe politisch nicht weiter verfolgt worden. Hygiene ist keine Belastung, welche ignoriert werden darf, sondern eine Disziplin im Gesundheitswesen, welche einen erheblichen Beitrag für weniger Leid und bessere – auch wirtschaftlichere – Ergebnisse leistet.
Quelle: Der Deutsche Pflegerat e.V. (DPR)
Hwelt
|