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Berlin - 46.500 Zuschauer sahen beim Internationalen Stadionfest (ISTAF) am 22. August 2010 im Berliner Olympiastadion Leichtathletik vom Feinsten, und als Höhepunkt einen neuen Weltrekord über 800m durch den Keniaten David Lekuta Rudisha in 1:41.09.
Berlino, seit der Leichtathletik-Weltmeisterschaft von 2009 weltberühmtes Maskottchen, feierte beim bestbesuchtesten Track-and-Field-Meeting in diesem Jahr aber nicht nur die Leistungen der EM-Stars aus Europa und Übersee, sondern konnte auch einen perfekt integrierten 400m Lauf der stark Sehgeschädigten, Paralympics-Startklasse T12, bejubeln.
In einem spannenden Rennen sah der Lokalmatador aus Berlin, der Paralympicssieger von Peking 2008 über diese Strecke, Matthias Schröder mit seinem Guide Tobias Schneider (beide PSC Berlin), bis 350m wie der sichere Sieger aus, um dann doch auf den letzten Schritten vom Weltranglisten-Ersten, dem Portugiesen Luís Goncalves, noch abgefangen zu werden. Luís Goncalves siegte in 50.45sec vor Matthias Schröder, der in 50.64sec Jahresbestzeit erreichte. Schröder musste, von seinem Trainer Bernd Scheermesser nicht ganz unerwartet, seinem Trainingsrückstand nach einem langwierigen Infekt, der ihn Anfang Mai leider deutlich zurückgeworfen hatte, Tribut zollen. Um Platz 3 entbrannte ein harter Kampf zwischen dem Weltranglisten-Zweiten und Paralympicssieger über die 800m, Abderrahim Zhiou aus Tunesien und Thomas Ulbricht (PSC Berlin), der als Paralympics-Zweiter im Mehrkampf zum ersten Mal seit Jahren wieder die 400m Strecke lief. Nach zu verhaltenem Angang konnte sich Ulbricht auf den letzten Metern noch herankämpfen, war aber mit seiner Zeit von 52.21 sec nicht restlos zufrieden.
Organisator Dr. Ralf Otto, zuständig für alle paralympischen Sportarten in Berlin Vorsitzender des PSC Berlin, zog ein rundum positives Fazit aus der Veranstaltung: „Es ist uns gelungen, ein Weltklassefeld in Berlin an den Start zu bringen und beim ISTAF dem Publikum und den Medien zu präsentieren. Für die Athleten war es enorm wertvoll und lehrreich vor einer solchen Kulisse zu laufen, was ihnen sonst nur alle 4 Jahre bei den Paralympics vergönnt ist. Noch wichtiger aber war mir die vollständige und selbstverständliche Integration eines Handicap-Wettbewerbes in ein Weltklasse-Meeting als Zeichen für weitere solcher Wettkämpfe in der Zukunft.“
Quelle: BSB / Reinhard Tank /Dr. Ralf Otto
Hwelt
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