Film lässt Grenzen zwischen behindert und nicht behindert verschwimmen Drucken E-Mail
Mittwoch, 04 August 2010
Berlin - Morgen startet ein in mehrfacher Sicht nicht alltäglicher Film in den deutschen Kinos: "ME TOO - wer will schon normal sein?" erzählt berührend und humorvoll die Geschichte von Daniel (Pablo Pineda), der das Down-Syndrom hat und sich in seine nicht behinderte Kollegin Laura (Lola Dueñas) verliebt. Mit Schwung und Charme zeigt der spanische Film die Annäherungen zweier Menschen, die üblicherweise in völlig unterschiedlichen Welten leben.


Die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung ist offizieller Partner von ME TOO. Bundesvorsitzender Robert Antretter: "Ich wünsche dem Film ein Millionen-Publikum. Er kann Vorurteile abbauen und zu einer inklusiven Gesellschaft beitragen, in der die Grenzen zwischen behindert und nicht behindert verschwimmen." Antretter lobt die Filmemacher auch dafür, dass Pablo Pineda, Darsteller des Daniel, von Sebastian Urbanski synchronisiert wird. Der Berliner hat wie Pineda das Down-Syndrom und gehört dem integrativen Theater-Ensemble RambaZamba an. Erst 2009 zeichnete die Lebenshilfe Juliana Götze, auch Schauspielerin mit Down-Syndrom bei RambaZamba, für ihre Hauptrolle in der ARD-Krimiserie "Polizeiruf 110" mit dem Medienpreis BOBBY aus.



Pablo Pineda ist ein Star - im Film wie im wahren Leben. Er ist der erste Europäer mit Down Syndrom , der 2004 mit 29 Jahren einen Hochschulabschluss erworben hat. Als absolutes Ausnahmetalent, so Robert Antretter, sei Pablo Pineda zwar nicht der typische junge Mann mit Down-Syndrom. Doch die Lebensgeschichte des Spaniers zeige, wozu Menschen mit einer Behinderung fähig sind, wenn sie die gleichen Chancen erhalten wie andere auch. Antretter: "So bleibt es für mich unfassbar, dass in Deutschland nach vorgeburtlicher Diagnostik Babys mit Down-Syndrom fast immer abgetrieben werden. Menschen wie Pablo Pineda."

ME TOO - wer will schon normal sein? Regie und Drehbuch: Álvaro Pastor und Antonio Naharro, Länge: 103 Minuten, Movienet Film

Quelle: Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.

 

Hwelt

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