Klinikclowns für Patienten Drucken E-Mail
Mittwoch, 21 Juli 2010
Was für Kinderstationen in Kliniken fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden ist, können jetzt im Sankt Elisabeth Krankenhaus auch ältere Patienten genießen: einmal wöchentlich schenkt Klinikclown Gertrüüüd mit ihrer Kollegin den Patientinnen und Patienten des Hauses ihr Lachen und ihre Zeit. Und manchmal auch eine Rose oder Seifenblase. Damit nimmt das Sankt Elisabeth Krankenhaus eine Vorreiterrolle ein, den Klinikclowns auf einer Palliativstation - das gab es in Schleswig-Holstein bisher nicht.


„Die Resonanz unserer Patientinnen und Patienten ist durchweg positiv, was vor allem auch dem einfühlsamen und professionellen Auftreten der beiden Klinikclowns zu verdanken ist. „, so die ärztliche Leiterin des Palliativzentrums, Frau Dr. Susanne Naß.

Die Klinikleitung hat gemeinsam im Vorwege durch viele Gespräche die Voraussetzungen für die Verwirklichung des Projekts geschaffen. Dem Direktorium ist wichtig, mit Gertrud Timpen-Thurner eine ausgebildete Familientherapeutin gefunden zu haben, die auf die besonderen Empfindungen und Reaktionen älterer Patienten gut eingehen kann. Unterstützt wird sie von Frau Marita Mohr. „Dass die Clowns stets zu zweit zu den Patienten kommen, ist kein Zufall. Auf diese Weise können die Clowns miteinander agieren und dann vorsichtig herausfinden, ob der Patient überhaupt mit einbezogen werden will.“, so Pflegedirektorin Jutta Burchard. Das Pflegeteam der Palliativstation hat nicht nur im Vorfeld dabei großes Engagement zur Mitarbeit gezeigt: auch in der nun seit über einem Jahr stattfindenden „Clownerie“ sind die Pflegekräfte immer wieder gefordert, die entsprechenden Abläufe zu gestalten - und vor allen Dingen Angehörigen zu erklären, warum die beiden Clowninnen ausgerechnet diese Station besuchen.

Die KlinikClowns machen den Krankenhausalltag bunter. Die Gesamtstimmung hält sich auf, und gerade weil die Clowns nicht zum medizinischen oder pflegerischen Personal gehören und auch keine Angehörigen sind, können sich manchmal ganz besondere Beziehungen entwickeln. Was vor mehr als 20 Jahren in New York mit der Big Apple Circus Clown Care Unit begann, hat sich weltweit etabliert: zunächst auf Kinderstationen, dann in immer mehr Kliniken für immer mehr Patienten. Obwohl alle Menschen gerne Lachen, verlieren wir nicht allzu selten den Humor in Situationen, in denen wir ihn am meisten brauchen könnten. Dabei unterstützt Lachen eindeutig - wissenschaftlich belegt - den Genesungsprozess.

Finanziell unterstützt wird diese Arbeit nun durch den Krankenhaus-Förderverein, dem „Verein zur Förderung der Palliativmedizin e.V., Sparkasse Ostholstein, Konto 3015401, BLZ 312 522 40. Der Vorstand samt Beisitzer informierte sich natürlich auch bei einem „Ortstermin“ über den Ablauf dieses - in Schleswig-Holstein auf einer Palliativstation einzigartigen - Projekts. „Damit das Lachen in der Klinik weitergehen kann und auch weitere Angebote für unsere Patienten, z.B. eine Klangschalentherapie oder Musikbegleitung geschaffen werden, sind wir für jede Spende dankbar.“, so Dr. Susanne Naß, die auch erste Vorsitzende des Fördervereins ist. Denn: „Jede gelachte Träne ist keine geweinte.“

Quelle: SEKEutin

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