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Forschung gegen Behinderung |
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Montag, 12 Juli 2010 |
Das macht uns Angst. Wir haben eine E-Mail von Presse-Stelle der Lebenshilfe bekommen. Darum geht es: Es gibt eine neue Forschungs-Gruppe, die an Kindern mit Lernschwierigkeiten forscht. Die Forscher wollen wissen: Welche Gene sind verantwortlich für die Behinderung? Sie sind der Meinung, sie wollen was Gutes tun.
Aber uns macht das Angst.
Vielleicht wäre ich nicht auf der Welt, wenn die Forschung damals schon so weit gewesen wäre. Bin ich weniger wert als andere Menschen? Muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich da bin? Aber: Ich bin wie ich bin. Mit meiner Behinderung kann ich gut leben. Was mir Angst macht ist: Dass ich die Hilfen, die ich brauche, nicht bezahlen kann.
Wir finden es schlecht, dass man für Forschung gegen Behinderung so viel Geld ausgibt. Das Geld sollte lieber für Hilfen für Menschen mit Behinderung da sein. Hilfen, so wie wir sie brauchen. Damit wir unser Leben so leben können, wie wir es wollen.
Und wir fragen uns: Was passiert mit den Ergebnissen von der Forschung? Setzen sie damit Menschen unter Druck?
Die Forschung macht uns Menschen mit Behinderung Angst. Und die Forschung kann den Eltern Angst machen. Aber auch die Ärztinnen und Ärzte bekommen Angst: Davor, dass sie den Eltern vielleicht etwas Falsches sagen. Oder davor, dass sie nicht jede Behinderung vorher finden.
Das erinnert mich an die Vergangenheit der Bundesrepublik. Meine Sorge ist: Das ist der Anfang von einer schlimmen Entwicklung. Dass Menschen schon vor der Geburt aussortiert werden. Das macht mir Angst.
Jeder Mensch ist anders. Stellen sie sich vor: wir wären alle gleich. Wir würden alle gleich aussehen und wir würden das gleiche denken. Ist das dann noch das Leben, das wir Menschen wollen?
Und wir fragen uns: Wie verträgt sich das mit der UN-Konvention über die Rechte von behinderten Menschen?
Was denken Sie darüber? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.
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Post: Mensch zuerst Kölnische Str. 99 34119 Kassel
Quelle: Mensch zuerst Hwelt
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