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Arzneimittel-Packungsbeilagen sind weiterhin schwer zu lesen |
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Montag, 26 April 2010 |
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Münster / Oldenburg - Von den 100 am häufigsten verordneten Arzneimitteln in Deutschland hat nicht einmal die Hälfte eine gut lesbare Packungsbeilage. Einen sehr gut verständlichen 'Beipackzettel' haben sogar nur vier dieser Arzneimittel. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Pharma-Dienstleisters Diapharm ( www.diapharm.de ) im Auftrag der deutschen Arzneimittel-Behörde, des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.
"Ein positiver Trend hin zu verständlicheren Beipackzetteln ist zwar zu verzeichnen, aber dieser Trend ist noch schwach", erläutert Beate Beime von Diapharm das Resultat der Untersuchung. "Ein Grund dafür ist, dass Packungsbeilagen erst seit dem Jahr 2005 überhaupt auf Lesbarkeit und Verständlichkeit geprüft werden müssen", so Beime. Die Vorschrift gelte außerdem nur für neu zugelassene Arzneimittel - ältere Produkte werden nicht nachträglich überprüft. Gerade häufig verordnete Arzneimittel aber sind oft 'Dauerbrenner', die bereits seit Jahren am Markt sind.
Auch die Verfahren, mit denen die Packungsbeilagen neuer Arzneimittel überprüft werden, seien nicht immer zuverlässig: "Es sollte ein Zertifizierungssystem für Institute entwickelt werden, die solche Lesbarkeitstests an Packungsbeilagen durchführen", fordert die Diapharm-Managerin deshalb.
Vermeidbare Arzneimittel-Nebenwirkungen treten vor allem dann auf, wenn das Mittel ungewollt oder unwissentlich falsch angewendet wird. "Das kann ganz leicht passieren. Etwa wenn der Patient die Dosierungs-Anleitung falsch versteht oder die Hinweise zu Gegenanzeigen überliest", warnt Beate Beime.
Noch problematischer ist eine weitere Erkenntnis der Diapharm-Studie: Neuere Arzneimittel-Packungsbeilagen werden nicht kürzer, wie von Lesbarkeitsexperten empfohlen, sondern länger. Und dieser Trend dürfte sich noch verstärken: Der Gesetzgeber fordert, dass künftig zusätzliche Hinweise zur Anwendung bei Kindern im Beipackzetteln stehen.
Quelle: Diapharm GmbH
Hwelt
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