Offene Fehlerkultur in den Krankenhäusern stärkt Patientensicherheit Drucken E-Mail
Mittwoch, 21 April 2010
Berlin – Um zu zeigen, wo die Stärken und Schwächen ihrer Häuser liegen, haben gestern verschiedene Krankenhausträger die Ergebnisse ihrer Qualitätsanalyse im Internet veröffentlicht. Die bundesweit angesiedelten Mitgliedskliniken der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) zeigen damit deutlich, wo eine bessere Behandlungsqualität, weniger Komplikationen und letztlich auch die Vermeidung von Todesfällen möglich ist. „Ein solcher qualitätsorientierter Wettbewerb ist die Abkehr von der destruktiven, reinen Kostenorientierung im Gesundheitswesen“, erklärte Dr. Günther Jonitz, Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer. Die offene Darstellung und Diskussion über die Behandlungsergebnisse, sei eine „Wiederentdeckung ärztlicher Tugenden - auf systematischer Basis“. Es werde eine Versorgungskultur gestärkt, die sich am Patienten und seinen Bedürfnissen orientiere und die durch Transparenz und eine offene Fehlerkultur geprägt sei, so Jonitz.


Die freiwillig an der Initiative beteiligten Klinikträger haben sich verpflichten, in ihren derzeit 122 Krankenhäusern drei Verfahren zur Qualitätsverbesserung durchzuführen: Qualitätsanalyse mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer trägerübergreifenden Plattform und die Durchführung sogenannter „Peer-Review-Verfahren“. Bei den Peer-Reviews untersuchen interne und externe Fachkollegen - anhand konkreter Patientenfälle - Behandlungsprozesse mit auffälligen Ergebnissen auf mögliche Fehler in den Ergebnissen, Abläufen und Strukturen. Die Erkenntnisse ermöglichen den Krankenhäusern anschließend, mögliche Qualitätsdefizite künftig zu vermeiden und die medizinische Qualität zu verbessern. „Dieser offene Umgang mit Daten zur Patientensicherheit ist vorbildlich und eine sehr gute Grundlage für ein aktives Risikomanagement und die Stärkung der Fehlerkultur innerhalb der Krankenhäuser“, sagte Jonitz, der auch der Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit ist. Sinnloses Leid und unnötige Kosten könnten damit erspart bleiben.

www.initiative-qualitaetsmedizin.de/

Quelle: BÄK

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