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Moderne Arbeitsbedingungen in der Medizin und Pflege beziehen Familienfreundlichkeit ein |
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Samstag, 06 März 2010 |
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„Frauen in der Medizin wird mehr und mehr ein Thema, dem wir uns widmen und das wir vor allem als Chance begreifen müssen“ sagte die Beauftragte der Landesregierung für Chancengleichheit von Frauen und Männern, Sozialministerin Dr. Monika Stolz, anlässlich der Herausgabe des neuesten Heftes der Fachpublikation AKTIV-Frauen in Baden-Württemberg am 5. März in Stuttgart. „Das Thema umfasst die Bereiche Feminisierung in der Medizin, Familienfreundliche Arbeitsbedingungen in Ausbildung/Studium und im Beruf und Genderaspekte in der Medizin, die wir gemeinsam in unsere Überlegungen einbeziehen“, so die Ministerin weiter.
Wird die Medizin weiblich? Ministerin Stolz: „Diese Prognose ist hinsichtlich der aktuellen Entwicklung in der Medizin unbegründet“. Zwar lag der Anteil von Frauen bei den Erstmeldungen bei den Ärztekammern im Jahr 2008 bei 57,9 Prozent. Auch der Frauenanteil bei den neu erteilten Approbationen ist in Baden-Württemberg zwischen 2003 und 2008 von 50 Prozent auf 61,9 Prozent gestiegen. „Dies ist erfreulich. Es ist aber keine Entwicklung hin zu einer Frauendomäne dar, sondern ein Prozess zu einem noch lange nicht erreichten zahlenmäßigen Gleichgewicht innerhalb der Ärzteschaft“.
Chancengleichheit muss im Bereich der Medizin und der Pflege in den Mittelpunkt gerückt werden. Frauen und Männer stellen veränderte Bedingungen an ein individuelles und dynamisches Gleichgewicht von Beruf und Privatleben. Zudem sehen die Lebensentwürfe von Frauen und Männern generell heute deutlich anders aus als früher. Nicht nur Frauen, sondern auch immer mehr junge Männer möchten ihre Aufgabe innerhalb der Familie erfüllen. Dieses zunehmende Bedürfnis muss anerkannt werden ohne auf Unverständnis innerhalb der Gesellschaft zu stoßen oder Karriereeinbußen befürchten zu müssen.
„Moderne Arbeitsbedingungen beziehen daher Familienfreundlichkeit ein: es geht um die Vereinbarkeit von Arzt- oder Pflegeberuf und Familie und in Zukunft mehr und mehr auch Beruf und häusliche Pflegesituation“ sagte die Ministerin. Die Nachfrage nach familienfreundlichen Arbeitszeiten steigt: Krankenhäuser müssen flexible Arbeitszeitmodelle schaffen und arbeitszeitkompatible Kinderbetreuung sicherstellen. Die Aus- und Weiterbildung, besonders die lange Facharztausbildung, muss die individuellen Lebensplanungen mit den Lebensphasen Familiengründung, Pflege von Angehörigen usw. in den Abläufen berücksichtigen. Familienfreundliche Rahmenbedingungen steigern die Attraktivität für den niedergelassenen Bereich – gerade im ländlichen Raum.
„Auch müssen wir uns zukünftig vermehrt Genderaspekten in der Medizin widmen. Es ist erforderlich, dass Arztinnen und Ärzte, Forschende, Pflegerinnen und Pfleger und in der Präventionsarbeit Tätige ihre Kenntnisse über spezifische Unterschiede von Frauen und Männern erweitern. Dies halte ich auch im Hinblick auf die Folgen des demografischen Wandels und vor dem Hintergrund der Qualität und der Effizienz im Gesundheitswesen für unerlässlich“ erklärte Ministerin Dr. Stolz.
Quelle: Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren BW
Hwelt
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