Mehr Rollatoren als Kinderfahrräder Drucken E-Mail
Donnerstag, 04 März 2010
Die Behindertenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: „Wir stehen vor dem Jahrzehnt der Rollatoren. Schon heute bauen wir mehr Rollatoren als Kinderfahrräder. Wir brauchen daher menschengerechte Wohnungen und den Abbau von baulichen Barrieren in unseren Wohnungen. Abbau von Barrieren heißt: weg mit Stufen, Treppen, Stolperfallen und weniger Schwellen. Ja zu: großer Schrift, mehr Farbe und mehr Sicht. Ich will mehr Taten sehen. Barrierefreiheit ist mein Thema. Da lasse ich nicht locker. Also weg mit den Stolperfallen, Stufen, Treppen, Hürden und Hindernissen. Hinkommen, reinkommen, sich bewegen können, das ist Lebensqualität für alle Menschen.


Die Wohnprojekte, die mir heute in Wassenberg vorgestellt wurden, sind lobenswerte Beispiele für ein barrierefreies Wohnumfeld“, erklärte die nordrhein-westfälische Landes¬behindertenbeauftragte Angelika Gemkow heute (2. März 2010) im Kreis Heinsberg. Gemkow besuchte gemeinsam mit Landrat Stephan Pusch die Wohnanlage Alten- und Pflegeheim Wassenberg sowie die Seniorenwohnanlage im Seniorenpark Wassenberg.

„84 Prozent unserer Wohnungen sind älter als 20 Jahre. Die Tatsache, dass bisher nur rd. 1 % der Wohnungen in Deutschland barrierearm bzw. barrierefrei sind, macht den Handlungsdruck deutlich“, so Gemkow weiter. "Der Abbau von Treppen, Stufen und Stolperfallen in den Häusern hat wenig Sozialprestige. Die schicke Glassfassade ist oft wichtiger als die schwellenfreie Wohnung im Haus. Ich unternehme meine landesweite Tour „NRW ohne Barrieren“, um anhand guter Beispiele zu zeigen, wie man bauliche Hürden vermeiden und mehr Lebensqualität und Sicherheit für alle schaffen kann. Weniger Barrieren bedeuten Komfort für alle Menschen, auch eine bessere Vermietbarkeit der Wohnungen. Das machen auch die barrierefreien Wohnbeispiele, hier im Kreis Heinsberg, deutlich.“

In Nordrhein-Westfalen leben fast 1,7 Mio. Menschen mit einer Behinderung von 50 % und mehr. Von den 1,7 Mio. Menschen mit Behinderung sind 1,1 Mio. Menschen über 60 Jahre alt. Dazu kommen 460.000 pflegebedürftige Menschen.

Die Landesregierung hat das behindertenpolitische Programm „Teilhabe für alle“ verabschiedet, das in 59 Initiativen die wichtigsten behindertenpolitischen Aktivitäten aller Ressorts der Landesregierung zusammenfasst. Einer der Schwerpunkte des Programms ist der Bereich Wohnen, für den das Ministerium für Bauen und Verkehr zuständig ist. Dort sind Informationen über Ziele des Programms und die aktuellen Angebote von zinsgünstigen Darlehen für Wohnprojekte zusammengestellt.

Quelle: Die Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderung NRW

Hwelt

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