Die schwerste Entscheidung Drucken E-Mail
Freitag, 11 Januar 2008
Mainz (KNA) Jeden Morgen seit seiner Herztransplantation vor elf Jahren dankt Eugen Maurer Gott und seinem Spender. "Wenn man den eigenen Tod vor Augen hat und Rettung nur erfährt durch einen anderen Menschen, der sterben muss, ändert sich das ganze Leben", mahnt er eindringlich. Die Dokumentarfilmerin Uta Claus schildert seinen eindrucksvollen Weg in ein neues Leben in dem Beitrag "Das verschenkte Herz - Von Organempfängern und Spenderfamilien". Das ZDF sendet den Film in der Reihe "37 Grad" am Dienstag um 22.15 Uhr.


Der Film fragt, was die Entscheidung, ein Herz anzunehmen, für die Empfänger mit sich bringt. Andererseits zeigt er, was es für die Angehörigen der Spender bedeutet, einer Organentnahme zuzustimmen. Claus lässt Eltern zu Wort kommen, die ihre Kinder über Nacht verloren haben und vor die Entscheidung einer Organspende gestellt wurden. Sie stellt aber auch einen unbekümmerten jungen Mann vor, der mit einem neuen Herz wieder Hochzeitspläne hat.

Drei Jahre nach der Transplantation geriet Eugen Maurer in eine heftige Krise. Der jetzt 60-Jährige, dem es bis dahin gut ging, wachte nachts ständig auf und dachte unablässlich über den ihm damals unbekannten Spender nach. Als er Jahre später herausfand, dass in der Nacht, als er sein neues Herz bekam, zuvor ein 23-Jähriger aus Linz mit dem Motorrad tödlich verunglückt war, fuhr er spontan nach Österreich. Auf dem Friedhof in Linz legte er Blumen auf einem Grab seines Herz-Spenders nieder und sprach ein Gebet. Seitdem ist ihm leichter. "Nun ist es unser gemeinsames Herz", hat er zum Abschluss gesagt.

Sorgfältig und anrührend informiert die Autorin, welche gravierenden Folgen die Zustimmung zur Entnahme für die Eltern haben kann. Renate Greinert ist noch heute geschockt, obwohl der Tod ihres 15-jährigen Sohnes schon lange zurückliegt. Sie wurde von den Ärzten gedrängt, dem Verfahren zuzustimmen, um einem anderen Kind zu helfen. Als sie ihren Jungen nach der Entnahme wiedersah, begriff sie erst, was passiert war. Heute schreibt sie Bücher zum "Konfliktfall Organspende" und plädiert für das Recht, auch nach dem Tod unversehrt zu bleiben.

Ganz anders ging es den Eltern der vierjährigen Paula, die sich in der Krankenhauskapelle noch von ihrem Kind verabschieden konnten. "Sie zum ersten Mal tot zu sehen, da wird der Tod wirklich begreifbar", sagt die Mutter. Das kleine Mädchen, das eigentlich nur an den Mandeln operiert werden sollte, hatte schwere Komplikationen bekommen. Die Ärzte diagnostizierten schließlich den Hirntod. Der Vater, der selbst einen Organspenderausweis bei sich trägt, und auch die Mutter entschieden sich, Paulas Organe weiterzugeben. Die Eltern können den Tod ihrer kleinen Tochter auch heute nur schwer verkraften. Doch sie finden Trost in dem ergreifenden Brief des Elternpaares, dessen Sohn mit Paulas Herz weiterlebt.

Hinweis: "37 Grad: Das verschenkte Herz - Von Organempfängern und Spenderfamilien". Dokumentation von Uta Claus. ZDF, Di 15.1., 22.15 - 22.45 Uhr.

 

© KNA. Alle Rechte Vorbehalten

 Hwelt

 

Kommentare
Neuer Kommentar
+/-
Kommentar schreiben
Name:
Email:
 
Website:
Titel:
UBBCode:
[b] [i] [u] [url] [quote] [code] [img] 
 
 
Please input the anti-spam code that you can read in the image.

3.26 Copyright (C) 2008 Compojoom.com / Copyright (C) 2007 Alain Georgette / Copyright (C) 2006 Frantisek Hliva. All rights reserved."

 

Hinzufügen Mr. Wong Hinzufügen Webnews Hinzufügen Icio Hinzufügen Oneview Hinzufügen Yigg Hinzufügen Linkarena Hinzufügen Digg Hinzufügen Del.icoi.us Hinzufügen Reddit Hinzufügen Simpy Hinzufügen StumbleUpon Hinzufügen Slashdot Hinzufügen Netscape Hinzufügen Furl Hinzufügen Yahoo Hinzufügen Blogmarks Hinzufügen Diigo Hinzufügen Technorati Hinzufügen Newsvine Hinzufügen Blinkbits Hinzufügen Ma.Gnolia Hinzufügen Smarking Hinzufügen Netvouz Hinzufügen Folkd Hinzufügen Spurl Hinzufügen Google Hinzufügen Blinklist