Barrierefreiheit im Web durch Design for all Drucken E-Mail
Montag, 15 Februar 2010
Hubert Hüppe
Hubert Hüppe
Bei dem „Forum Barrierefreiheit - Design for all“ von BITKOM stellte der Bundesbehindertenbeauftragte Hubert Hüppe das Thema Barrierefreiheit in Deutschland diese Woche vor über 130 Gästen zur Diskussion.


Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen betonte den hohen Stellenwert, den die Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen für die sozial-digitale Inklusion hat: „Artikel 21 der UN-Behindertenrechtskonvention fordert barrierefreien Zugang zu Informationen und Technologien. Dies beinhaltet die Verwendung von Gebärdensprachen, Screenreader und alternativen Kommunikationsformen in leicht verständlicher Sprache. Nachdem 80 % der Menschen mit Behinderung ihre Informationen aus dem Internet beziehen, sollten neben der Verabschiedung der BITV 2.0 entsprechende Zielvereinbarungen mit gewerbsmäßigen Anbietern von Internetseiten nach dem Behindertengleichstellungsgesetz BGG geschlossen werden.“

Hubert Hüppe kündigte an, dass die BITV 2.0 noch dieses Jahr verabschiedet und damit die seit 2002 bestehende, unzureichende BITV 1.0 abgelöst wird. Deutschland schließt sich so den 2008 vom World Wide Web Consortium veröffentlichten Web Content Accessiblity Guidelines WCAG 2.0 für Barrierefreiheit mit einer verbindlichen Richtlinie für öffentliche Träger an. Österreich hat diese Aktualisierung bereits 2009 und die Schweiz Anfang 2010 vollzogen.

In den folgenden Vorträgen und Diskussionen begrüßten einhellig mehrere ExpertInnen in eigener Sache von namhaften Unternehmen, dass die WCAG 2.0 nicht nur technische Regeln für ein barrierefreies Internet auflistet, sondern von barrierefreiem Design grundsätzlich einfordert, Informationen wahrnehmbar, benutzbar, verständlich und robust zu präsentieren. Dies gelte in der Informationstechnologie einheitlich für Internetseiten, Programmoberflächen und auch für Bedienungselemente von Elektrogeräten. Damit lege die kommende BITV 2.0 sinnvolle Kriterien für weitere Zielvereinbarungen mit der Wirtschaft fest.

Autorin: Susanne Krumpholz

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