Aktionstag gegen Gewalt an Mädchen und Frauen Drucken E-Mail
Sonntag, 07 Februar 2010
ImageBerlin - Zum „Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung“ am 6. Februar fordern Frauen mit Aktionen und internationalen Kampagnen Politik, Öffentlichkeit und die Organisationen der Selbsthilfe zum Handeln auf, berichtet Susanne Krumpholz.


„Alle 11 Sekunden wird ein Mädchen weltweit an ihren Genitalien verstümmelt. Das sind über 300 Mädchen in der Stunde, 8.000 am Tag. Jedes Jahr kommen etwa 3 Millionen Mädchen und Frauen hinzu. Nach Schätzungen der WHO gibt es bis zu 150 Millionen Betroffene weltweit.“ Dies ist für Sybill Schulz vom Berliner Familienplanungszentrum Balance die alarmierende Bilanz der internationalen Menschenrechtsverletzungen, die auch mitten in Deutschland geschehen.

Balance initiierte im Herbst 2009 den Runden Tisch „STOPP FGM in Berlin/Brandenburg“ gegen Female Genital Mutilation FGM, der unter Beteiligung zahlreicher AktivistInnen aus Selbsthilfe und Verwaltung gegründet wurde. Heute am Tag gegen Genitalverstümmelung zeigt der runde Tisch mit dem Verein Mama Afrika den Videovortrag „Die Folgen der Beschneidung von Mädchen und Frauen“ mit Hadja Kitagbe Kaba, Gründungsmitglied und Vorsitzende von Mama Afrika e.V. an. Hier werden die politischen EntscheidungsträgerInnen aufgefordert, den Schutz von betroffenen Frauen und die AkteurInnen international zu unterstützen.

In ihrer Pressemitteilung kritisiert die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, dass die Bundesregierung hier bisher untätig geblieben ist: „Dies ist skandalös. In der Koalitionsvereinbarung wird das Problem nicht angepackt. Genitalverstümmelung ist eine schwere Verletzung der Menschenrechte. Allein in Deutschland sind etwa 30.000 Frauen und Mädchen davon betroffen oder bedroht.“ Die Grünen fordern die Regierung auf, Frauen und Mädchen vor diesem schwerwiegenden Eingriff zu schützen: „Genitalverstümmelung sollte ausdrücklich als schwere Körperverletzung in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden.“

Terres des Femmes unterstützt die heute beginnende internationale Kampagne "STOP FGM NOW! - Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung" von Waris Dirie und setzt sich mit einer Unterschriftenaktion dafür ein, dass Genitalverstümmelung in Deutschland in den medizinischen Diagnoseschlüssel aufgenommen wird und die Krankenkassen medizinische Behandlungen und umfassende Beratungsgespräche übernehmen.

Videovortrag mit Diskussion:

Linkhinweise:

Balance
http://www.fpz-berlin.de

STOPP FGM in Berlin/Brandenburg
http://www.fpz-berlin.de/index.php?page=genitalverstuemmelung---fgm-2

Mama Afrika
http://www.mama-afrika.org

Kampagne
http://www.stop-fgm-now.com

Unterschriftenaktion
http://www.frauenrechte.de

Autorin: Susanne Krumpholz

 

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