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Kranzniederlegung am Mahnmal der Grauen Busse |
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Montag, 18 Januar 2010 |
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„Heute vor 70 Jahren begann der Transport psychisch Kranker und Behinderte in grau gestrichenen Bussen in die Tötungsanstalt Grafeneck. 25 Männer wurden am 18. Januar 1940 aus der Heilanstalt München-Haar nach Grafeneck transportiert und dort noch am selben Tag ermordet. Insgesamt kamen 10.654 Menschen in Grafeneck ums Leben“, sagte Arbeits- und Sozialministerin Dr. Monika Stolz heute in Stuttgart. Zum Gedenken an diese ersten Opfer legte die Ministerin gemeinsam mit Mike Münzing von der Gedenkstätte Grafeneck e.V. und Wolfgang Rieger, Geschäftsführer des ZfP Südwürttemberg einen Kranz am Mahnmal der Grauen Busse nieder.
Die zu Beton gewordenen Grauen Busse, in denen die Opfer der „T4-Aktion“ transportiert wurden, sind an ihren Ausgangspunkten – Stuttgart und Berlin von wo aus die Vernichtung des so genannten lebensunwerten Lebens gesteuert wurde – angekommen und gleichsam „Transportmittel der Erinnerung“. Das Mahnmal wurde von der Stadt Ravensburg und vom damaligen Zentrum für Psychiatrie Weissenau – dem heutigen ZfP Südwürttemberg – initiiert. Mit dem Denkmal der Grauen Busse bleiben die Todesfahrten konkret und anschaulich. In der historischen Einfahrt am Standort Weissenau des ZfP Südwürttemberg ist ein Grauer Bus dauerhaft installiert. Der zweite Graue Bus verändert seinen Standort und schafft durch die wechselnde Präsenz jeweils unterschiedliche Orte des Gedenkens.
„Das Erinnern hilft, den Opfern Würde zu geben und die Wahrheit zu erkennen“, sagte die Ministerin. Sie erinnerte daran, dass am 14. Oktober 1939 Grafeneck beschlagnahmt wurde. „Deshalb haben wir diesen Tag zur Aufstellung des Denkmals der Grauen Busse in Stuttgart gewählt. Heute wiederrum wollen wir an die ersten Opfer erinnern. Mit den Transporten in die Vernichtungsstätte Grafeneck begann die systematische und im industriellen Maßstab angelegte Ermordung von Menschen im nationalsozialistischen Deutschland. „Damals entstand eine Achse des Verbrechens von Berlin über Stuttgart nach Grafeneck.“
„Leider schrieb Grafeneck württembergische und deutsche Geschichte“, sagte Stolz. Mit dem Eintreffen der ersten grauen Busse in Grafeneck begann das systematische Töten. Mehr als 10 600 psychisch kranke und geistig behinderte Menschen wurden in Grafeneck umgebracht. Doch Grafeneck war nur „der Anfang eines noch größeren, reichsweiten Geschehens.“ In ganz Deutschland brachte die „Euthanasie“-Aktion T4 in den Jahren 1940/41 mehr als 70.000 psychisch kranken und behinderten Menschen den Tod. Insgesamt fielen etwa 200.000 psychisch Kranke und Behinderte dem Dritten Reich zum Opfer.
Die Ministerin weiter: „Wir müssen uns daran erinnern. Grafeneck bildete – in technischer und personeller Hinsicht – den Vorläufer für Auschwitz und andere Konzentrationslager.“ Die Ministerin nannte das Erinnern an die Opfer der Nazi-Diktatur eine „historische Verpflichtung. Wir müssen uns mit dem Denken und Handeln, das zum Massenmord an kranken und behinderten Menschen geführt hat, auseinandersetzen. Denkmale wie die Grauen Busse sind Mahnung, Verpflichtung und Aufgabe der Versuchung, menschliches Leben in lebenswert und nicht lebenswert zu unterscheiden, beständig entgegenzutreten. Sie sind auch ein Anstoß, den Wert unserer Demokratie zu begreifen und die Achtung der Menschenwürde als oberstes Verfassungsprinzip zu respektieren“, so Monika Stolz.
Quelle: Ministerium für Arbeit und Soziales BW
Hwelt
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