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Freitag, 04 Januar 2008 |
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Warschau (KNA) In Polen spitzt sich der Streit zwischen Regierung und katholischer Kirche über künstliche Befruchtung weiter zu. Trotz scharfer Proteste der Bischöfe beharrt Gesundheitsministerin Ewa Kopacz darauf, Frauen künftig die künstliche Befruchtung mit öffentlichen Geldern zu bezahlen. Sie wolle zwar keinen Krieg mit der Kirche, gebe ihren Plan aber nicht auf, sagte die Ministerin am Mittwoch dem privaten Hörfunksender RMF FM. Mehrere Bischöfe hatten in ihren Weihnachtspredigten künstliche Befruchtung für unzulässig erklärt.
Künstliche Befruchtung ist in Polen bislang nicht gesetzlich geregelt und daher erlaubt. Der Streit darüber ist der bisher größte Konflikt zwischen der seit November amtierenden liberal-konservativen Regierung und der Kirche. Vor Weihnachten hatte die Bischofskonferenz in einem Brief an alle Parlamentsabgeordneten diese Methode der Einleitung einer Schwangerschaft als Abtreibung bezeichnet, bei der immer auch Embryonen stürben. Den Brief wertete die Ministerin der rechtsliberalen Bürgerplattform (PO) als Warnung, nicht aber als eine Verdammung.
Umfrage: Mehrheit lehnt Position der Kirche ab
In einer Umfrage für die Tageszeitung "Dziennik" (Mittwoch) sprachen sich 55 Prozent der Polen dagegen aus, dass die Regierung bei der künstlichen Befruchtung der Kirche nachgeben solle. 32 Prozent nahmen die Position der Bischöfe ein.
Auch die von der Kirche geforderte Einführung von Religion als Abiturfach unterstützt laut Umfrage nur eine Minderheit der Polen. 70 Prozent meinten, die Regierung solle der Kirche diesen Wunsch nicht erfüllen. Demnächst wollen Regierung und Kirche in einer gemeinsamen Kommission über die Themen künstliche Befruchtung und Religion als Abiturfach sprechen.
Quelle: KNA. Alle Rechte Vorbehalten © Hwelt
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