Ächtung von Landminen gefordert Drucken E-Mail
Dienstag, 01 Dezember 2009
Freiburg - Zum Auftakt der Anti-Minen-Konferenz in Cartagena in Kolumbien haben die beiden kirchlichen Hilfswerke Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe in einer gemeinsamen Erklärung dazu aufgerufen, den Einsatz von Antipersonenminen sofort zu beenden. Vertreter der beiden Organisationen nehmen an der vom 30. November bis 4. Dezember dauernden Konferenz teil. Sie fordern, die 1997 von 156 Staaten unterzeichnete Konvention von Ottawa, die die Produktion, die Lagerung, die Weiterverbreitung und den Einsatz von Antipersonenminen verbietet, strikt einzuhalten. Sie beklagen, dass die USA, Russland, China und weitere Staaten die Konvention nicht unterzeichnet haben.


Alle kolumbianischen Konfliktparteien, seien es staatliche oder nicht-staatliche, werden in der Erklärung aufgefordert, keine neuen Minen einzusetzen und die Entminung bereits verminter Gebiete zu unterstützen. Dadurch soll die Nutzung öffentlicher Wege und Einrichtungen wie Gesundheitszentren, Schulen oder Kliniken sowie die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen gewährleistet werden.

Caritas international und Diakonie Katastrophenhilfe unterstützen in der Region Cauca in Kolumbien Minenopfer und betreiben Aufklärungsarbeit. Nach Afghanistan gilt Kolumbien als das Land mit den meisten Minen. Weltweit wurden 2008 etwa 5.200 Unfälle mit Minen, nicht explodierter Munition und anderen Sprengkörpern registriert, knapp 800 davon allein in Kolumbien. Die Hilfswerke der beiden großen Kirchen in Deutschland begrüßen es vor diesem Hintergrund, dass die zweite Überprüfungskonferenz der Ottawa-Konvention zur Ächtung von Landminen in Kolumbien stattfindet.

Die Organisationen kritisieren, dass der Ende 2008 verabschiedete nationale Aktionsplan von 2009 bis 2019 gegen Minen in Kolumbien in seiner Umsetzung noch erhebliche Defizite aufweist. Die Aufklärung der Bevölkerung und die Fürsorge für die Opfer seien mangelhaft. Die Hilfswerke fordern die Einhaltung internationaler Standards im Sinne des humanitären Minenräumens.

Quelle: Caritas international

Hwelt

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