Gute Beispiele für leicht verständliche Sprache Drucken E-Mail
Montag, 19 Oktober 2009
„Eine leichte Sprache ist für alle gut. Man weiß genau, worum es geht“. Das machte heute der rheinland-pfälzische Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Ottmar Miles-Paul, anlässlich einer Tagung zum Thema Leichte Sprache im rheinland-pfälzischen Sozialministerium in Mainz deutlich. Die Tagung wurde vom Netzwerk Leichte Sprache und dem Landesbehindertenbeauftragten organisiert. Dabei wurden gute Beispiele für eine leicht verständliche Sprache aus Deutschland und Österreich vorgestellt und Perspektiven für den zukünftigen Einsatz entwickelt.


„Eine schwer verständliche Sprache mit langen Sätzen und vielen Fremdwörtern ist nicht nur für Menschen mit Lernschwierigkeiten eine große Barriere. Viele Menschen haben Schwierigkeiten, komplizierte Schreiben von Ämtern, schwierige Texte oder Formulare zu verstehen. Deshalb ist es wichtig, dass eine leichtere Sprache zum Normalfall wird“, erklärte der Landesbeauftragte. Als ein positives Beispiel nannte Miles-Paul den zurückliegenden Bundestagswahlkampf. Einige Parteien hätten ihre Programme in eine leichte Sprache übersetzt und damit für alle Bürgerinnen und Bürger verständlicher gestaltet. Anhand einer Reihe von guten Beispielen aus Deutschland und Österreich wurde während der Tagung deutlich, dass eine leichte Sprache auch bei vielfältigen Veröffentlichungen nicht nur möglich, sondern auch sehr hilfreich für alle ist. Das Netzwerk Leichte Sprache hat hierfür eine Reihe von Regeln entwickelt, die beim Schreiben von Texten in leichter Sprache helfen. „Verständlicher formulieren ist machbar, man muss sich nur darauf einlassen“, unterstrich Miles-Paul.

Menschen mit Lernschwierigkeiten bekräftigten darüber hinaus, dass es für sie ein Recht auf eine leichte Sprache geben muss. „Was für Rollstuhlfahrerinnen und –fahrer die Treppen sind, sind für Menschen mit Lernschwierigkeiten schwer verständliche Texte. Sie stellen ein Hindernis dar, über das man nicht hinweg kommt“, erklärte Josef Ströbl von Mensch zuerst , dem Netzwerk von Menschen mit Lernschwierigkeiten.

„Mit der Tagung zur Leichten Sprache knüpfen wir in Rheinland-Pfalz an vielfältige Bemühungen an, Informationen bürgerfreundlicher zu gestalten. Zur Teilhabeplanung für behinderte Menschen gibt es zum Beispiel Informationen in leichter Sprache. Auch das neue Landesgesetz über Wohnformen und Teilhabe wird in eine leichte Sprache übersetzt. Einerseits müssen die Betroffenen gezielt Informationen in leicht verständlicher Form bekommen, die für sie besonders wichtig sind. Andererseits muss aber auch darauf geachtet werden, dass diese Informationen verständlich formuliert und damit bürgerfreundlich sind“, so der Landesbehindertenbeauftragte.

Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen RLP

Hwelt

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