|
US-Behörde stoppt Experimente |
|
|
|
Freitag, 21 August 2009 |
|
Berlin (KNA) Nach dem überraschenden Stopp der weltweit ersten klinischen Studie durch die US-Arzneimittelbehörde hat der Unions-Bioethikexperte Hubert Hüppe (CDU) vor Heilungserwartungen an embryonale menschliche Stammzellen gewarnt. Neue Erkenntnisse aus Tierexperimenten hätten offenbar gravierende Risiken für Patienten aufgezeigt, so Hüppe am Donnerstag in Berlin. Der Stopp der Studie der US-Firma Geron sei mutig und zeige, dass die mit embryonalen Stammzellen verbundenen therapeutischen Erwartungen selbst in Ländern ohne rechtliche Beschränkung embryonaler Stammzellforschung bislang unerfüllt blieben.
Die in Kalifornien ansässige Firma Geron hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA den zunächst genehmigten ersten Einsatz embryonaler Stammzellen an Menschen mit Rückenmarksverletzungen untersagt habe. Die Firma hatte zuvor immer wieder den baldigen Beginn der ersten derartigen Studie weltweit angekündigt. Die Genehmigung im Januar war auch in deutschen Medien als wichtiger Schritt zu möglichen Heilungserfolgen bewertet worden.
Die FDA hatte die Genehmigung zwei Tage nach der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama bewilligt und zugleich betont, es gebe zu dem Führungswechsel keinen Zusammenhang. Zugleich hatte der Verantwortliche des Stammzell-Forschungsprogramms in Kalifornien, Robert N. Klein, die Entscheidung in eine «unmittelbare Beziehung zum Regierungswechsel» gestellt. Obama hatte bereits vor Amtsantritt eine liberalere Haltung in der Stammzellforschung angekündigt. Anfang März folgte die Aufhebung staatlicher Verbote bei der embryonalen Stammzellforschung.
Die Forschung mit embryonalen Stammzellen ist ethisch umstritten. Zudem gilt eine Übertragung als medizinisch riskant, da die Stammzellen zur Tumorbildung neigen.
Hubert Hüppe verwies darauf, dass die FDA wegen eines «ungeheuren Tumorrisikos embryonaler Stammzellen» den Geron-Antrag zuvor jahrelang geprüft habe. Die FDA räume mit ihrer jetzigen Entscheidung dem Schutz der Patienten Vorrang ein. Der CDU-Politiker, im Bundestag einer der heftigsten Kritiker embryonaler Stammzellforschung, verwies darauf, dass das US-Register klinischer Studien aktuell mehr als 2.600 Studien aufliste, in denen adulte Stammzellen eine Rolle spielten.
© KNA Alle Rechte Vorbehalten Hwelt
|