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Parteien und Kirchen machen Front gegen Dignitas |
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Dienstag, 20 November 2007 |
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Bonn (KNA) Politiker von SPD und CDU wollen gegen die Schweizer Sterbehilfe-Organisation Dignitas und ihren deutschen Ableger Dignitate vorgehen. Katholische und evangelische Bischöfe warnten am Dienstag vor einer Aufweichung des Verbots der aktiven Sterbehilfe.
"Wir werden das Treiben von Dignitas in Deutschland beenden", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, der "Rheinischen Post" in Düsseldorf. Aktive und gewerbsmäßige Sterbehilfe sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.
Der CDU-Gesundheitspolitiker Hubert Hüppe forderte ein hartes Vorgehen. Wenn Dignitas tatsächlich ein Tötungsdelikt vorbereite, müssten die Sicherheitsbehörden vorbeugend eingreifen. Hüppe forderte, alle juristischen Schritte für ein Verbot von Dignitas zu überprüfen. Der Organisation gehe es darum, aus Selbstmord Geld zu machen.
Dignitate hat nach eigenem Bekunden einen pensionierten Mediziner gefunden, der einem Schwerkranken beim Suizid helfen will. Ziel ist es, einen Präzedenzfall zu schaffen, um den ärztlich assistierten Suizid auf juristischem Weg zu legalisieren.
Kardinal Lehmann: Dignitas will eine Kultur des Todes
Kardinal Karl Lehmann appellierte an die Politik, keine Aufweichung des Tabus der Sterbehilfe in Deutschland zuzulassen. "Da darf es auf keinen Fall Kompromisse geben", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Berlin. Die Politik müsse eine Grauzone verhindern und einen Wertekonsens sichern. Das Vorhaben von Dignitas nannte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz zwielichtig. Darin komme blanker Zynismus und eine Kultur des Todes zum Ausdruck.
Lehmann warf den Sterbehilfe-Vereinen vor, grundlegende Grenzen zu missachten. Ihr Vorgehen müsse auch im Lichte der von den Nationalsozialisten betriebenen Euthanasie gesehen werden. Bei einem solchen Vorgehen sei letztlich auch zu befürchten, dass das Lebensrecht Behinderter infrage gestellt werde. Der Kardinal rief die Ärzteschaft auf, das Ansinnen von Dignitas konsequent abzulehnen und auf eine Stärkung von Palliativmedizin und Hospizarbeit zu setzen.
Von einem "gezielten Rechtsbruch" sprach der Berliner Bischof Wolfgang Huber. Dignitas versuche, das Verbot der Tötung auf Verlangen aufzuweichen, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Pläne verstoßen laut Huber gegen deutsches Recht und die ärztliche Standesethik.
Auch der Augsburger katholische Bischof Walter Mixa kritisierte Dignitas. Die Initiative missbrauche ihren Namen, der auf Deutsch "Würde" bedeutet, sagte er der Tageszeitung "Die Welt". Die Menschenwürde sei von Anfang bis Ende des Lebens unantastbar.
Quelle: KNA. Alle Rechte Vorbehalten
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