Mixa gegen staatliche Förderung künstlicher Befruchtung Drucken E-Mail
Mittwoch, 25 Februar 2009
Augsburg (KNA) Der Augsburger katholische Bischof Walter Mixa hat sich gegen eine staatliche Förderung von künstlichen Befruchtungen ausgesprochen. Bei den meisten gängigen Methoden der Reagenzglastbefruchtung würden mehr Embryonen erzeugt als später für die Schwangerschaft nötig seien, sagte Mixa am Mittwoch in Augsburg. Die anschließende Vernichtung sogenannter überzähliger Embryonen sei aber faktisch die «Tötung von Menschen». Obwohl ungewollte Kinderlosigkeit für Ehepaare ein schweres Los sei, dürfe für die Erfüllung persönlichen Lebensglücks nicht das Leben anderer Menschen geopfert werden. Mixa ist in der Deutschen Bischofskonferenz für Familienfragen zuständig.


Der Freistaat Sachsen hatte angekündigt, ungewollt kinderlosen Paaren künftig anteilig die Kosten für künstliche Befruchtungen zu erstatten. Hintergrund für diese Maßnahme ist der Rückgang derartiger Behandlungen seit dem Start des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes im Jahr 2004. Seit diesem Zeitpunkt übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen nur noch maximal 50 Prozent der Behandlungskosten.

 

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Justine   |217.184.9.xxx |2009-02-25 23:44:59
Typisch - die Kirche mischt sich mal wieder in das Selbstbestimmungsrecht von
Menschen in diesem Land ein! Dabei sind wir nach dem Grundgesetz ein
weltanschaulich-neutraler Staat und so Leute, wie Mixa haben da gar nichts zu
sagen.

Es kann nicht sein, dass in diesem Land ungewollt kinderlose Paare nur
deshalb keine Kinderwunschbehandlung erhalten, nur, weil die unbefleckte
Empfängnis Marias nicht beleidigt werden darf. Denn:

In vergangenen
Jahrhunderten galt die Menschwerdung christlicherseits erst ab dem 40. Tag nach
der Befruchtung für Jungen und ab dem 80. Tag nach der Befruchtung für Mädchen.
1869 erließ Pius IX. ein generelles Abbruchverbot und stellte fest, dass das
Kind seine Seele bereits zum Zeitpunkt der Zeugung empfängt. Die Änderung im
Kirchenrecht erfolgte aufgrund der "Unbefleckten Empfängnis Mariens",
die Pius IX. 1854 zum Dogma erklärt hatte. Er stützte sich dabei auf den
Leibarzt des Papstes Innozenz X., Paul Zacchias, der schon 1661 sagte, die
vernunftbegabte Seele (anima rationalis) werde dem Menschen im Augenblick der
Empfängnis eingegossen, denn sonst würde ja das Fest der Unbefleckten Empfängnis
Mariens eine vernunftlose Materie feiern. Das aber sei der allerseligsten
Jungfrau "unangemessen". (Ranke-Heinemann, Uta: Eunuchen für das
Himmelreich - Katholische Kirche und Sexualität, Heyne-Verlag, München
2004)

Bischof Mixa geht in seiner Verteufelung der assistierten Befruchtung
sogar einen Schritt weiter als das Embryonenschutzgesetz, das den Schutz des
Embryos "erst" ab dem Zeitpunkt der nahezu abgeschlossenen
Kernverschmelzung verschreibt. Mixa hingegen betrachtet hier hingegen sogar die
nicht kernverschmolzene Eizelle als Menschen. ...

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