Kultur des Todes, die den Tod nicht akzeptieren will Drucken E-Mail
Donnerstag, 15 November 2007
Vatikan (KNA) Die Kirche muss sich nach den Worten von Kurienkardinal Javier Lozano Barragan mit Sinn-Angeboten in die Pflege kranker Menschen einbringen. Angesichts von Defiziten in der psychologischen und spirituellen Begleitung von Kranken stehe die Kirche in der Pflicht, ihr Angebot vorzulegen, betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für Krankenpastoral zum Auftakt einer dreitägigen Konferenz über Seelsorge für kranke Menschen im Alter. Dabei gehe es jedoch nur um einen Vorschlag innerhalb der Vielfalt von Glaubensrichtungen und Weltanschauungen, so Lozano am Donnerstag im Vatikan.


Bei der Tagung mit mehr als 600 Teilnehmern aus 64 Ländern referieren rund 30 Experten aus den Bereichen Geriatrie, Biomedizin, Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie. Der päpstliche Rat hat dazu auch jüdische, muslimische, hinduistische und buddhistische Fachleute sowie Vertreter postmoderner Denkrichtungen eingeladen. Papst Benedikt XVI. will die Expertenrunde am Samstag in Audienz empfangen.

"Kultur des Todes, die den Tod nicht akzeptieren will"

Lozano charakterisierte die aktuelle Gesellschaft als eine "Kultur des Todes, die den Tod nicht akzeptieren will". Er verlangte eine Begleitung, die kranken alten Menschen helfe, den Tod zu akzeptieren. Bisher sei beispielsweise die Eucharistie als christliche Feier der Auferstehungshoffnung in der Praxis der Krankenpflege nicht ausreichend berücksichtigt, so der mexikanische Kurienkardinal.

Zugleich verlangte Lozano bessere palliativmedizinische Angebote. Jedem Kranken müssten Möglichkeiten einer wirksamen Schmerzlinderung zur Verfügung stehen. Ziel sei, dass ein Mensch in Würde sterben und den Augenblick "an der Schwelle des Todes zur Ewigkeit" bewusst miterleben könne.

 

Quelle: KNA. Alle Rechte Vorbehalten

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