Entwicklungsstörungen erfolgreich therapieren Drucken E-Mail
Montag, 19 Januar 2009
Bereits der Zappelphilipp aus dem „Struwwelpeter“ von Psychiater Heinrich Hoffmann war vom Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität (ADHS) betroffen, und erste Erkenntnisse über Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) und Rechenschwäche sind auch schon über 100 Jahre alt. Dennoch ist das Wissen bei Pädagogen, Ärzten und Eltern über Ursachen, Erscheinungsformen und Therapiemöglichkeiten oft erstaunlich bruchstückhaft. Die Ärztin Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner beschäftigt sich in ihrer Rastatter Praxis seit über 15 Jahren mit der Förderung von Kindern mit Teilleistungs- bzw. sogenannten umschriebenen Entwicklungsstörungen auf der Basis eines eigens entwickelten interdisziplinären und ganzheitlichen Konzepts der Psychomotorischen Ganzheitstherapie. In der vollständig überarbeiteten Neuauflage „ADS, LRS und Co.: Ein Trainingsprogramm für zu Hause – Erfolg mit der psychomotorischen Ganzheitstherapie“ (vormals: „Das ADS-Schnellprogramm für zu Hause“) beschreibt Kannegießer-Leitner mit zahlreichen Praxis-Beispielen die Diagnostik von Wahrnehmungsstörungen und deren gezielte Therapie bei Kindern mit einer Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche, ADS/ADHS und bzw. oder einer Sprachentwicklungsstörung.


Während die Empfehlungen zur Verbesserung von ADS / ADHS oder LRS üblicherweise im pädagogischen und didaktischen Bereich ansetzen, beschreibt Kannegießer-Leitner ein ganzheitliches Therapiekonzept, das zusätzlich medizinisch-therapeutische Elemente enthält. Ihre „Psychomotorische Ganzheitstherapie“ orientiert sich schwerpunktmäßig an anerkannten Therapieformen wie beispielsweise Bobath, Vojta, Ayres und anderen. Kannegießer-Leitner betont, dass es das ausschließliche Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom gar nicht gibt, sondern je nach Betroffenheit der einzelnen Wahrnehmungsbereiche der Sensorik und der Motorik jeweils eine individuelle Gesamtsymptomatik entsteht sowie eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder auch eine Rechenschwäche hinzukommen können, so dass es einer ebenso individuellen Therapie mit einem passend zusammengestellten Übungsprogramm bedarf. Das leicht verständliche und gut nachvollziehbare Trainingsprogramm stellt zahlreiche Übungen in Wort und Bild vor. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Kreuzmuster-Anbahnung zu.

„ADS, LRS und Co.: Ein Trainingsprogramm für zu Hause – Erfolg mit der Psychomotorischen Ganzheitstherapie“ basiert auf Erfahrungen, die Kannegießer-Leitner in der täglichen Arbeit mit Kindern mit unterschiedlichen Handicaps sammeln konnte. Auch zur Therapie hat sie eine spezielle, äußerst wirksame Vorgehensweise entwickelt. In ihrer Praxis erhebt Kannegießer-Leitner lediglich Anamnese und Befund. Daraufhin erstellt sie einen individuellen Therapieplan mit Elementen aus der Krankengymnastik, der Logopädie und Ergotherapie, den sie mit dem Kind und seiner Familie einübt, so dass die eigentliche Therapie zu Hause stattfinden kann. Die Besuche in der Praxis werden somit auf ein Minimum reduziert. Die Übungen erfordern bei Kindern mit umschriebenen Entwicklungsstörungen einen täglichen Zeitaufwand von etwa einer halben Stunde.

„ADS, LRS und Co.: Ein Trainingsprogramm für zu Hause – Erfolg mit der psychomotorischen Ganzheitstherapie“ will den Eltern Mut machen, sich an einem Therapieprogramm zu orientieren, das auf Wahrnehmungsübungen statt der Einnahme von Psychostimulanzien basiert. Eltern, die bereit sind, ihrem Kind klare Strukturen aufzuzeigen und die die Geduld aufbringen, Schritt für Schritt ihr Kind auf seinem Weg entsprechend seinen Möglichkeiten zu begleiten, werden belohnt: Die Psychomotorische Ganzheitstherapie, so die Erfahrung, verhilft bei konsequenter Anwendung zu einer positiven Entwicklung des Kindes.

Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner (54) arbeitet nach dem von ihr geschaffenen Konzept der Psychomotorischen Ganzheitstherapie in eigener Praxis in Rastatt (Baden-Württemberg). Die vierfache Mutter und ehemalige Arbeitsmedizinerin, deren drittgeborenes Kind mit Angelman-Syndrom zur Welt kam, hat sich neben der Therapie behinderter Kinder auf die Förderung von Kindern mit ADS/ADHS, LRS, Rechenschwäche und Sprachentwicklungsstörung spezialisiert. 1998 erschien Kannegießer-Leitners erstes Buch über die Psychomotorische Ganzheitstherapie: „Ihr könnt mir wirklich helfen“ (Pflaum Verlag). Ihre Patienten kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz, aus Österreich, Italien, Frankreich und Luxemburg.

Quelle: Sequenz Medien Produktion GmbH

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