|
Kulturwanderweg "Aschach - Markt am Strom" (Oberösterreich) |
|
|
|
Mittwoch, 14 Januar 2009 |
Aschach/Donau (Oberösterreich) - "Barrierefreiheit bedeutet mehr als rollstuhlgerecht" ist das Motto, unter dem der neue Kulturwanderweg "Aschach - Markt am Strom" steht.
 Foto: Sigrid Strohschneider-Laue Das europaweit bislang einzigartige multisensorische Pilotprojekt ermöglicht ALLEN Menschen einen gleichberechtigten Zugang zur Kulturgeschichte Aschachs. Die bislang sieben Schwarzblech-Stelen entlang der Donaupromenade vermitteln die lange historische Entwicklung des Marktortes anhand wichtiger Gebäude. Dass dabei Mautrecht und Schifffahrt im Mittelpunkt stehen, ergibt sich aus der mehrere Jahrhunderte währenden wirtschaftlichen Schlüsselposition Aschachs an der Donau.
Ganz im Sinne des universellen Designs für alle BesucherInnen werden die kulturgeschichtlichen Fakten sinnlich (sehen, hören, fühlen) begreifbar. Berücksichtigt wurde auch, die Inhalte leicht verständlich zu machen. Das innovative Konzept macht es möglich, dass durch Videozuspielungen in Gebärdensprache , Hörstationen und Tastobjekte auch sehbeeinträchtigte, blinde und gehörlose Menschen die Information abrufen können. Diese umfassende Aufbereitung der Informationen ist auch für jene BesucherInnen, die diese Hilfen nicht benötigen, eine Bereicherung. Zugleich macht so universelles Design unaufdringlich allen BesucherInnen deutlich, was von einer großen Bevölkerungsgruppe benötigt und trotzdem kaum angeboten wird.
 Foto: Sigrid Strohschneider-Laue Konzept und Umsetzung stammen von Ausstellungsarchitektin und Kommunikationskuratorin Dr. Doris Prenn. Mit prenn_punkt setzt sie seit rund 10 Jahren neue Standards zur Barrierefreiheit, um Inhalte qualitätvoll tatsächlich an alle zu vermitteln. Als Spezialistin für universelles Design setzt sie auf mehr als nur rollstuhlgerecht. In den letzten Jahren wurden ihre Projekte für ihre ungewöhnlichen barrierefreien Lösungen unter anderen durch Bundeskanzleramt und Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt wurden das Museum Innviertler Volkskundehaus mit der "Rieder Stadtgeschichte", "Wert des Lebens" im Schloss Hartheim und der taktile Kirchenführer Eferding mit Preisen bedacht. Die Qualität von prenn_punkt Lösungen wird durch ihre intensive Zusammenarbeit mit Betroffenen erreicht. Dies gewährleistet, dass die tatsächlichen Bedürfnisse erfüllt werden.
So ist auch der Kulturweg Aschach gekennzeichnet durch die intensive Kooperation mit einer eigens dafür ins Leben gerufenen Focusgroup, der blinde, sehbeeinträchtigte, gehörlose und mobilitätseingeschränkte Menschen angehören. Der Landesverband der oö. Gehörlosenvereine übernahm sogar die Produktion der Videosequenzen in Eigenregie.
Die Kosten für den barrierefreien Kulturweg wurden von den vier Eferdinger Service-Clubs Rotary, Soroptimist, Round Table und Kiwanis getragen. Diese Organisationen packen oft dort an, wo die öffentliche Hand loslässt. Ebenso die freiwilligen Helfer, die zum Gelingen dieses Projektes beitrugen, das auch Doris Prenn ehrenamtlich leitete.
Autorin: Sigrid Strohschneider-Laue
Hwelt
|