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Europas Gesundheitsminister wollen Tuberkulose stärker bekämpfen |
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Montag, 22 Oktober 2007 |
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Berlin (KNA) Tuberkulose (TB) stellt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Europa erneut eine schwere Gefahr dar. Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Mark Danzon, sprach am Montag auf einem Ministerforum in Berlin von einer "dramatischen Situation", die ohne entschiedenes Handeln zu einer Katastrophe werden könne. 2005 gab es laut WHO in der europäischen Region 445.000 TB-Neuinfizierungen, 66.000 Menschen erlagen der Krankheit. Die über 300 Delegierten verpflichteten sich in einer Erklärung zum gemeinsam Kampf gegen die TB.
Nach Angaben von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) breitet sich die Krankheit vor allem in osteuropäischen Staaten aus. Aber auch für Deutschland gebe es kein Grund zur Entwarnung. So habe es in der Bundesrepublik im Jahr 2005 über 5.400 neue TB-Fälle gegeben; 179 Patienten seien an der Krankheit gestorben. Wegen der Migration und Mobilität der Menschen sei das Problem auch nicht national begrenzt.
Dem UN-Sonderbeauftragte für den Kampf gegen TB, Jorge Sampaio, macht vor allem die Ausbreitung extrem resistenter Formen der Krankheit Sorgen. Ferner sei TB inzwischen die Haupttodesursache bei Aids-Patienten. Die Herausforderung durch Tuberkulose ist laut Sampaio zu bewältigen, allerdings müsse die internationale Gemeinschaft dafür besser zusammenarbeiten und mehr Mittel zur Verfügung stellen.
Hohe Rate multiresistenter Stämme
In der Erklärung halten die Gesundheitsexperten fest, dass die mangelhafte Beachtung bekannter Bekämpfungsmethoden zur hohen Rate an multiresistenten Stämmen geführt habe. Zugleich habe die Forschung in vergangenen Jahrzehnten versäumt, neue Impfstoffe und Medikamente zu entwickeln. In vielen Ländern fehle es an qualifiziertem Gesundheitspersonal. Als besonders gefährdet gelten Migranten, Obdachlose, Gefängnisinsassen und sonstige sozial benachteiligte Personen.
Die Gesundheitsminister verpflichteten sich in der Erklärung, die Entwicklung neuer Diagnostikmethoden und Impfstoffe zu fördern. Ferner wollen sie TB- und HIV-Programme besser aufeinander abstimmen. Im Rahmen des UN-Programms "Stopp der TB" streben sie an, die Tuberkuloseversorgung in die allgemeine Gesundheitsversorgung zu integrieren. Zudem erneuerten sie ihren Willen, entsprechend den Millenniumsentwicklungszielen eine Trendwende bei der Ausbreitung von TB bis 2015 zu schaffen.
Quelle: KNA . Alle Rechte Vorbehalten
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