Neurologie/Psychologie
Aufmerksamkeit und Bewusstsein entkoppelt Drucken E-Mail
Mittwoch, 16 November 2011
Im Alltagsleben scheinen Aufmerksamkeit und Bewusstsein zusammenzugehören: Wer seine Aufmerksamkeit auf die Schere rechts auf dem Schreibtisch richtet, wird sich ihrer Eigenschaften, wie etwa der roten Griffe, bewusst. Umgekehrt können die roten Griffe auch dazu führen, dass man auf die Schere aufmerksam wird. Jedoch haben Wissenschaftler aus einer Reihe von Verhaltensbeobachtungen in jüngster Zeit geschlossen, dass Aufmerksamkeit und Bewusstsein zwei grundlegend verschiedene Prozesse im Gehirn darstellen, die nicht notwendigerweise miteinander verbunden sind. Dazu haben jetzt Forscher des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik zusammen mit japanischen Kollegen eine neue Studie in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht. Sie liefern den ersten experimentellen Nachweis, dass die primäre Sehrinde, der Eingangsbereich zur visuellen Informationsverarbeitung in der Großhirnrinde, nur durch Aufmerksamkeit, nicht aber durch das Bewusstsein aktiviert wird. Dieses Ergebnis bekräftigt die Hypothese, dass Nervenzellen unterschiedlich auf Aufmerksamkeit und Bewusstsein reagieren.
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Bilder aus dem Meer des Vergessens Drucken E-Mail
Donnerstag, 10 November 2011
Berlin - "Das Meer des Vergessens" ist das Motto des Jahreskalenders 2012 der Deutschen Alzheimer Gesellschaft. Die Zwölf Kalenderblätter zeigen Fotos von Meer, Wolken und Strand. Sie wurden aufgenommen von Gabriele Raupach (Gummersbach), die ihren demenzkranken Vater betreute und seine oft rätselhaften Äußerungen zu verstehen versuchte. Manchmal konnte sie eine Auszeit an der Nordsee nehmen. Sie malte Bilder in den Sand, die von den Wellen überschwemmt, verändert und ausgelöscht wurden. Zusammen mit ihrer Freundin Marion Maas (Neukirchen-Vluyn) sichtete und sortierte sie die Fotos und gemeinsam verfassten sie dazu kurze Texte.
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Warum immer reden? Drucken E-Mail
Mittwoch, 02 November 2011
Baierbrunn - Männer sehen keinen Sinn darin, Emotionales oder Sorgen zu diskutieren. Sie halten es "einfach nicht für eine nützliche Aktivität", zitiert das Apothekenmagazin "BABY und Familie" Dr. Amanda Rose, die an der Universität Missouri (USA) eine entsprechende Studie leitete.
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Wissenschaftler messen erstmals Trauminhalte Drucken E-Mail
Dienstag, 01 November 2011
Träume aktivieren das Gehirn ähnlich wie eine tatsächlich ausgeführte Handlung. So faszinierend unsere Fähigkeit zu träumen ist, so rätselhaft ist die Frage, wie die intensiv erlebten Bilder und Gefühle in unserem Kopf entstehen. Denn bislang waren Träume nicht messbar. Nun ist es Max-Planck-Wissenschaftlern in Zusammenarbeit mit Kollegen der Charité in Berlin erstmals gelungen, die Aktivität des Gehirns während des Träumens zu analysieren. Möglich wurde dies mit Hilfe so genannter luzider Träumer, also Menschen, die sich ihres Träumens bewusst werden und ihre Trauminhalte verändern können. Die Messungen zeigen, dass das Gehirn im Traum ähnlich aktiv ist wie bei der tatsächlich ausgeführten Handlung im Wachzustand.
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Musik mit menschlicher Note Drucken E-Mail
Dienstag, 01 November 2011
Der Mensch mag es nicht allzu perfekt. Weil kein Musiker absolut exakte Rhythmen spielt, werden häufig auch elektronisch generierte, fehlerfreie Rhythmen im Tonstudio nachträglich „vermenschlicht“, damit sie natürlicher klingen: Nach dem Zufallsprinzip wird hierfür jeder Schlag zeitlich minimal verschoben – ohne dass dieses Vorgehen je hinterfragt wurde. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation, von der Universität Göttingen und dem Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen haben nun herausgefunden, dass diese als „Humanizing“ bekannte Methode nicht die statistischen Gesetzmäßigkeiten natürlicher Musik widerspiegelt. Denn die kleinen Abweichungen vom perfekten Rhythmus, die auch geübten Schlagzeugern unterlaufen, sind nicht rein zufällig, sondern über längere Zeiten statistisch voneinander abhängig. Musik, die nach diesen Gesetzen produziert wurde, empfanden die meisten Menschen wohlklingender als solche mit rein zufällig verschobenen Rhythmen. Für ihre neue Methode erhielten die Göttinger Wissenschaftler ein US-Patent.
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Ventil lenkt Tau-Protein in die richtigen Bahnen Drucken E-Mail
Montag, 31 Oktober 2011
Ein Schlüsselfaktor bei der Entstehung von Alzheimer ist das Protein Tau, das in gesunden Nervenzellen für die Stabilisierung des Zellgerüsts sorgt. Während das Protein normalerweise vor allem im Axon – dem langen Zellfortsatz zur Reizweiterleitung – vorkommt, lässt es sich bei Alzheimer-Patienten auch im Zellkörper und seinen feinen Verästelungen der Dendriten nachweisen. Dort verklumpt es und führt zur Degeneration der Zelle. Forscher der Max-Planck-Arbeitsgruppe für strukturelle Molekularbiologie in Hamburg haben nun einen neuen Mechanismus entdeckt, der dafür verantwortlich ist, dass Tau im Axon verbleibt, anstatt in den Zellkörper zu diffundieren.
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Unausstehlich ohne Schlaf Drucken E-Mail
Montag, 31 Oktober 2011
Baierbrunn - Ohne eine ausgiebige Nachtruhe geht in Deutschland gar nichts. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Gesundheitsmagazins "Apotheken Umschau" fand heraus, dass die Mehrheit der Bundesbürger (57,3 %) mindestens acht Stunden Schlaf braucht, um am nächsten Morgen munter und ausgeschlafen zu sein.
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Darmflora an Entstehung von Multipler Sklerose beteiligt Drucken E-Mail
Montag, 31 Oktober 2011
Multiple Sklerose entsteht durch eine Kombination genetischer Veranlagung und Faktoren aus der Umwelt. Krankheitserreger galten lange als solche äußeren Einflüsse. Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried zufolge sind es jedoch offenbar nicht krankmachende, sondern nützliche Bakterien, die Multiple Sklerose auslösen – nämlich die gesunde Darmflora, die jeder Mensch zur Verdauung braucht. Die Forscher haben herausgefunden, dass genetisch veränderte Mäuse eine der menschlichen Erkrankung ähnliche Entzündung im Gehirn entwickeln, wenn sie eine normal ausgeprägte Darmflora besitzen. Die Mikroorganismen aktivieren dabei zunächst die T-Zellen des Immunsystems und in einem weiteren Schritt B-Immunzellen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die an sich nützlichen Bakterien der Darmflora bei entsprechender Veranlagung der Ausgangspunkt für Multiple Sklerose beim Menschen sind.
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Schizophrenie und bipolare Störungen Drucken E-Mail
Freitag, 28 Oktober 2011
Schizophrenie und bipolare Störungen sind schwere psychische Erkrankungen. In Deutschland werden pro Jahr etwa 13.000 Menschen erstmals mit dieser Diagnose konfrontiert. Die Betroffenen sind zeitweise nicht in der Lage, zwischen Wirklichkeit und Fantasie zu unterscheiden. Menschen mit bipolaren Störungen leiden unter extremen, in Phasen verlaufenden Stimmungsschwankungen. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehören bipolare Störungen zu den zehn Erkrankungen, die weltweit am häufigsten zu andauernder Behinderung führen.
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Gruppenzwang schon im Vorschulalter Drucken E-Mail
Mittwoch, 26 Oktober 2011
Erwachsene und Jugendliche richten ihr Verhalten und ihre Meinung oft entgegen besseren Wissens an ihrer jeweiligen Bezugsgruppe aus. Gilt dies auch schon für Vorschulkinder? Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig und für Psycholinguistik in Nijmegen, Niederlande, haben dieses Phänomen bei Vierjährigen untersucht und herausgefunden, dass auch diese bereits einem Gruppenzwang unterliegen. Die Kinder orientierten sich in ihren öffentlichen Äußerungen an der Mehrheitsmeinung Gleichaltriger. (Child Development, 25. Oktober 2011)
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Urstadium der Evolution des Nervensystems Drucken E-Mail
Freitag, 21 Oktober 2011
Die Larven des Ringelwurms Platynereis schwimmen als Teil des Planktons frei im Meer. Sie bewegen sich mit Hilfe von Zilien fort, tausenden von Flimmerhärchen, die sich bandförmig am Körper der Larve entlangziehen und koordinierte Schlagbewegungen ausführen. Je nach Umgebungsbedingungen schwimmen die Larven in bevorzugten Wassertiefen. Forscher des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie in Tübingen haben nun eine Reihe von Signalstoffen identifiziert, die über das Nervensystem die Schwimmtiefe der Larven regulieren. Diese Stoffe haben Einfluss auf die Zilienbewegung und können die Larve in ihrer optimalen Wassertiefe halten. Grundlage dafür sind einfache Schaltkreise der Nervenzellen, die nach Einschätzung der Forscher ein Urstadium des Nervensystems widerspiegeln.
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